Smart sorgt wieder für Schlagzeilen. Und zwar positive! Die zur Mercedes Car-Group gehörende Kleinwagenmarke lanciert neu den Stadtwagen fortwo. Angetrieben wird dieser von einem neuen Dieselmotor. Sein Verbrauch liegt bei lediglich 3,3 l für 100 km, gemessen am Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Der CO2-Ausstoss wird mit lediglich 88 g/km angegeben, was weit unter dem von der EU angestrebten Grenzwert von 120 g/km, aber auch weit unter den Grenzwerten der Konkurrenzmodelle, selbst der Hybridfahrzeuge japanischer Herkunft, liegt.

Zudem macht Smart auch mit den Benzinmotoren einen weiteren Schritt Richtung extremer Sparsamkeit. Ab Herbst dieses Jahres ist eine Benzinvariante mit dem Kürzel mhd für micro hybrid drive lieferbar. Die Bezeichnung steht für eine sogenannte Start-Stopp-Automatik. Sie ist elektronisch gesteuert und stellt den Motor sofort ab, wenn der Wagen anhält, beispielsweise vor einem Lichtsignal, in einer Stoppstrasse usw. Ausserdem schaltet sich der Motor aus, wenn der Fahrer die Bremse betätigt und die Geschwindigkeit unter 8 km/h fällt.
Das 1-l-Vierzylinder-«Motörchen» mit einer stolzen Leistung von 71 PS startet absolut ruckfrei selbst wieder, wenn der Fahrer
das Gaspedal betätigt. Die Funktionsweise verdient das Prädikat «einwandfrei», die Start-Stopp-Automatik überzeugt im Stadtverkehr.

Werte wie ein Hybridfahrzeug

Das System, das so ganz neu nicht ist, von den Smart-Entwicklungsingenieuren aber weiter verfeinert wurde, bringt im Vergleich zu herkömmlichen Benzinmotoren deutliche Verbrauchsreduktionen. Das ist vor dem Hintergrund der Klimadebatte ein wichtiger Faktor. Die Werkangaben für Verbrauch und CO2-Emissionen (Euro-Zyklus) lauten: 4,3 l Treibstoff auf 100 km, was eine Verminderung von 0,4 l Benzin oder 8% gegenüber dem Vorgängermodell bedeutet. Entsprechend reduziert sich der CO2-Ausstoss von 112 g/km auf 103 g/km und damit auf einen Wert, der sich mit dem Hybridfahrzeug Toyota Prius (Limousine, vier Sitze) vergleichen lässt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dies für Benzinmotoren absolute Spitzenwerte.

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Dem 3-Liter-Auto ganz nahe

Smart arbeitet aber auch an einer mhd-Dieselvariante. Sie dürfte in einigen Monaten folgen. Als Grund für die spätere Einführung der Start-Stopp-Automatik in Kombination mit dem Dieselmotor wird angegeben, dass man für die Abstimmung der Steuerelektronik noch Zeit benötige. Zu hören ist, dass der Verbrauchswert für die Dieselversion unter 3 l für 100 km fallen könnte. Möglicherweise – wie Laborversuche ergaben – auf 80 g/km, was der vorerst absolut beste Wert für einen Verbrennungsmotor wäre.

Kein klassischer Hybridbetrieb

Zur Bezeichnung micro hybrid ist allerdings eine Bemerkung angebracht, um Missverständnisse zu vermeiden. Beim gewählten System handelt es sich nicht um eine klassische Hybridvariante, die aus einer Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor besteht. Mit dem Smart mhd kann nicht elektrisch gefahren werden. Das Kürzel weist auf das zusätzliche System der Start-Stopp-Automatik hin. Einen klassischen Hybrid, mit dem einige Zeit rein elektrisch gefahren werden kann, wird Smart nach heutigen Erkenntnissen im September 2007 auf der IAA in Frankfurt zeigen. Ein Datum für die Markteinführung wird jedoch heute nicht genannt.

Smart ist flott gewachsen

Mit der neuen Smart-Generation – sie ist in der Länge um 19,5 cm auf 269,5 cm gewachsen – hat Mercedes grosse Pläne. Das Fahrzeug erfüllt nun, dank der Verlängerung der Karosserie, auch den Heckaufprall-Crashtest nach US-Norm. Bereits liegen, nach inoffiziellen Angaben, weit über 1000 Kaufabsichten aus den USA vor. Dank der Verlängerung verfügt der neue Smart jetzt über einen Stauraum, der einen Vergleich mit anderen Kleinwagen aushält.
In der Schweiz ist bisher der neue Smart als Diesel- und Benzinversion, jedoch ohne das mhd-System erhältlich. Als mycro hybrid drive läuft der Kleinwagen ab 15. Oktober im elsässischen Werk Hambach vom Band; dies in den drei Ausstattungsvarianten pure, pulse und passion, sowohl als Coupé wie auch als Cabriolet mit faltbarem Stoffdach. Die künftigen Preise sind bisher noch nicht bekannt.

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Die Batterien kommen aus dem Tessin

Versuchsbetrieb
Mit Unterstützung der Londoner Stadtbehörden führt Smart in der britischen Hauptstadt einen vierjährigen Versuch mit 100 Elektrofahrzeugen (Smart ed) durch. Diese werden im Auftrag von Smart in Grossbritannien gefertigt. Der Magnet-Elektromotor erreicht eine Leistung von 41 PS und kann mit einer Batterieladung rund 115 km im Stadtverkehr fahren. Die Batterien werden vom schweizerischen Unternehmen Mesdea SA in Stabio TI gefertigt.
Benutzer Bei den Benutzern der Fahrzeuge handelt es sich hauptsächlich um Dienstleistungsunternehmen, die in die Innenstadt von London fahren müssen. Dank des Elektroantriebs sind sie jedoch von der
City-Maut (30 Fr./Tag) befreit.

Hayek
Der Schweizer Industrielle Nicolas G. Hayek, der Vater der Smart-Idee, befasst sich erneut mit dem Projekt eines umweltfreundlichen Autos. Auf Anfrage der «Handelszeitung» wird von der Swatch-Pressestelle mitgeteilt, dass über das Projekt vorerst keine Einzelheiten bekannt gegeben werden.

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