Mit Smart Living setzt sich ein neues Selbstverständnis durch. Dabei steht nicht der Verzicht auf die modernen Annehmlichkeiten des täglichen Lebens im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, intelligente und umweltschonende Lösungen für Wohnen, Arbeit und Freizeit zu finden. Hier kommen bereits bekannte oder neue, saubere Technologien ins Spiel - oder eben ins Portfolio. Hinter der Smart-Living-Philosophie verbirgt sich nämlich ein riesiger Wachstumsmarkt mit entsprechenden Renditechancen. Ein besonderes vielversprechendes Potenzial eröffnet sich in den Bereichen Beleuchtung, Mobilität, Energie- und Wasserversorgung.

LED löst die Glühbirne ab

Die klassische Glühbirne hat nach über 100 Jahren ausgedient. Als mögliche Nachfolgerin könnte dabei die Leuchtdiode an ihre Stelle treten. Führte diese bisher ein Nischendasein als Signal-, Reklame- und Hintergrundbeleuchtung, erobert sie heute immer mehr Anwendungsbereiche und verfügt über enormes Innovations- und Wachstumspotenzial. Leuchtdioden verbrauchen nämlich deutlich weniger Energie als herkömmliche Glühlampen: Experten haben errechnet, dass bei einem Komplettaustausch sämtlicher Glühlampen gegen Leuchtdioden ein Energiesparpotenzial entsteht, welches 12,5 Millionen Tonnen Steinkohle oder 68 Milliarden Autobatterien pro Jahr entspricht.

Das macht Leuchtdioden nicht nur für den Einsatz zu Hause, sondern auch für den öffentlichen Raum interessant. Die USA gehen davon aus, dass die LED-Technologie den Energieverbrauch für die Strassenbeleuchtung in Amerika bis 2030 um 30 Prozent zu senken vermag. Daraus liessen sich Kosten im Umfang von 280 Milliarden Dollar sparen. Die Stadt Los Angeles hat deshalb beschlossen, Strassenlaternen und Leuchten an Bushaltestellen mit der neuen LED-Technologie auszustatten. Dahinter steckt die Zielsetzung der Stadtväter, 40 Prozent der Energie für die öffentliche Beleuchtung einzusparen.

Anzeige

Sauberer Energie gehört die Zukunft

Obwohl sich der Energieverbrauch durch innovative Konzepte und neue Technologien theoretisch senken lässt, stellt sich die Frage, wie die künftige Energieversorgung sichergestellt werden soll. Sogenannt sauberen Energiequellen kommt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle zu - nicht nur aus Umweltüberlegungen, denn der weltweit rasant steigende Energiebedarf ist mit den klassischen Energieformen schlicht und einfach nicht mehr zu decken. Daher setzt beispielsweise der US-Sonnenstaat Kalifornien auf alternative Energieformen; Solarzellen auf dem Dach von Bushaltestellen versorgen LED-Leuchten mit Strom.

Südamerika hingegen setzt auf Erdwärme. So investiert Chile in den nächsten zwei Jahren über 200 Millionen Dollar in Erdwärmeprojekte. Ein neues geothermisches Kraftwerk mit einer Leistung von 40 MW soll bereits in den nächsten Jahren fertiggestellt werden. Auch in Argentinien befindet sich ein Anlage mit 30 MW Leistung im Bau. Und allein China will innerhalb des nächsten Jahrzehnts bis 225 Milliarden Dollar für Windkraftprojekte ausgeben. Insgesamt plant das Land bis 2020 Kosten von sagenhaften 750 Milliarden Dollar für die Entwicklung sauberer Energiequellen ein. In der Schweiz basiert derweil die Stromproduktion noch grösstenteils auf Wasser- und Kernkraft. Hier sehen Experten denn auch ein grosses Potenzial für erneuerbare Energien (siehe Grafik).

Der vermehrte Einsatz alternativer Energiequellen, wie Wind, Sonne, Wasser oder Erdwärme, ist genauso Teil des Smart-Living-Konzepts wie das Stromnetz selbst. Heute gehen über 80 Prozent der Energie auf dem Weg zum Endverbraucher verloren. Investitionen in eine moderne Infrastruktur helfen daher, massiv Energie einzusparen. Smart Grids bieten dabei den Vorteil, dass sie nicht nur energieeffizienter sind, sondern auch Energie aus unterschiedlichen - auch alternativen - Quellen aufnehmen können. Die Herausforderung besteht im Management der Netzlast, da die Leistung bei alternativen Stromquellen wie z. B. der Windenergie im Tages- und Jahresverlauf stark schwankt. Eine moderne Zählerinfrastruktur ermöglicht, die Verbrauchsmuster mit Hilfe echtzeitnaher Daten besser zu erfassen. So können Versorger den Strompreis im Laufe des Tages der Nachfrage anpassen.

Ebenfalls einen Ausgleich bei der Netzlast schaffen Elektroautos und Elektrobikes. Schliesst man diese nämlich zum Laden ans Netz an, können deren Batterien je nach Bedarf Strom ans Netz abgeben oder diesen aufnehmen und speichern. Zwar dürfte es noch Jahre dauern, bis elektrisch betriebene Automobile ihre konventionellen Pendants auf den Strassen zahlenmässig in den Schatten stellen. Bereits in zehn Jahren aber sollen schon über 100 000 Elektroautos auf Schweizer Strassen verkehren. Die voranschreitende Ablösung des Verbrennungsmotors ist nicht mehr aufzuhalten und wird zu tiefgreifenden Veränderungen in der Automobilbranche führen. War bisher die Motorentechnologie Kernkompetenz der Autobauer, so ist es künftig die Batterie. Der dadurch neu entstandene Lithium-Ionen-Batterie-Markt soll von aktuell 8 Milliarden Dollar bis 2020 auf beachtliche 50 bis 70 Milliarden und bis 2030 sogar auf über 100 Milliarden Dollar anwachsen. Fortschrittlichen Unternehmen bieten sich hier demnach traumhafte Wachstumsperspektiven.

Anzeige

Wasser wird das Öl von morgen

Neben Beleuchtung, Energieversorgung und Mobilität ist sauberes Wasser ein ganz entscheidendes Element des Smart-Living-Konzepts. Insbesondere vor dem Hintergrund der rasant wachsenden Weltbevölkerung: Lebten im Jahr 2000 noch 6 Milliarden Menschen auf unserem Planeten, so sind es heute bereits 7 und 2050 voraussichtlich sogar 9 Milliarden. Sauberes Wasser könnte deshalb das Öl von morgen werden.

Die Landwirtschaft ist in den USA bereits jetzt für 41 Prozent des Wasserverbrauchs verantwortlich, in China sind es sogar 70 Prozent und in Indien unglaubliche 90 Prozent. Der steigende Wasserverbrauch hat aber nicht nur mit der steigenden Bevölkerung zu tun, sondern auch mit höheren Ansprüchen an die Nahrung. So wird zur Herstellung von 1 Kilo Erdnüssen doppelt so viel Wasser wie für 1 Kilo Sojabohnen benötigt. Gleich viermal mehr Wasser wird für 1Kilo Rindfleisch gegenüber 1 Kilo Hühnchen verbraucht, und sage und schreibe fünfmal so viel Wasser ist anstelle einer Tasse Tee für ein Glas Orangensaft notwendig. Weltweit werden demnächst rund 2 Milliarden Menschen in die Mittelklasse aufsteigen. Mit ihren höheren Ansprüchen wird der Wasserverbrauch selbst bei gleich bleibender Weltbevölkerung dramatisch steigen. Vorhandene Ressourcen sind also effizient zu nutzen, und es muss in entsprechende Aufbereitungsanlagen investiert werden.

Anzeige

Für Firmen aus den Bereichen LED, alternative Energie, Smart Grids, E-Mobility und sauberes Wasser eröffnen sich vielversprechende Renditechancen. Dasselbe gilt für Anleger, die erkannt haben, dass ein zeitgemässes Umweltverständnis nicht nur im Sinne kommender Generationen, sondern auch im eigenen Portfoliokontext eine lohnenswerte Investition ist.