Facebook macht dank Smartphone-Werbung kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn. Das weltgrösste Online-Netzwerk verdiente im vergangenen Quartal 3,06 Milliarden Dollar - rund 77 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 8,03 Milliarden Dollar, wie Facebook nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Die Erlöse gehen fast völlig auf Werbeeinnahmen zurück, die Facebook inzwischen zu 85 Prozent mit Reklame auf Smartphones und Tablets erzielt. Gebühren für Anzeigen auf Handys hatten auch beim Internet-Riesen Google die Kassen klingeln lassen.

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80 Millionen neue Nutzer

Facebook gewann in den vergangenen drei Monaten 80 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 1,94 Milliarden monatlich aktive Mitglieder. Rund 1,28 Milliarden Nutzer griffen zuletzt sogar täglich auf die Plattform zu.

Facebook setzte zuletzt verstärkt auf Videoinhalte - und auch auf Werbung in diesem Umfeld. Als Wachstumstreiber gilt auch die Fotoplattform Instagram. Weil Facebook jüngst wegen der Verbreitung von Mord-Videos in die Schlagzeilen geraten war, will das Unternehmen nun mit 3000 weiteren Mitarbeiter gegen Gewalt-Filme vorgehen.

Härtere Zeiten

Nach einem kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg im Auftaktquartal stimmt Facebook seine Aktionäre auf härtere Zeiten ein. Für den Rest des Jahres 2017 blieb das weltgrösste soziale Netzwerk bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse deutlich langsamer zulegen dürften. Finanzchef David Wehner stellte die Investoren zudem auf höhere Ausgaben ein, die das Ergebnis belasten dürften. Die Kosten dürften demnach in diesem Jahr 40 bis 50 Prozent zulegen verglichen mit 2016. Mit dem enttäuschenden Ausblick verprellte das US-Unternehmen die Anleger: Im nachbörslichen Handel am Mittwoch fiel die Facebook-Aktie um 2,4 Prozent auf 148,1 Dollar. Am Dienstag hatte das Papier auf einem Allzeithoch von 153,6 Dollar geschlossen.

Bereits im November hatte das Management aber von einer Verlangsamung des Wachstums gewarnt, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne. Manche Investoren haben sich schon seit geraumer Zeit die Frage gestellt, wie lange Facebook in dem Gebiet weiter wachsen kann. Die Werbeerlöse übertrafen dennoch mit 7,86 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen, die bei 7,68 Milliarden Dollar lagen. Facebook hatte Ende März 1,94 Milliarden aktive Nutzer pro Monat. Das waren 17 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gebühren für Anzeigen auf Handys hatten auch beim Internet-Riesen Google die Kassen klingeln lassen. Der Mutterkonzern Alphabet wies einen Umsatzsprung von rund 22 Prozent auf 24,75 Milliarden Dollar im ersten Quartal aus. Der Nettogewinn schoss sogar überraschend kräftig um 29 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar in die Höhe.

Gegen Gewaltvideos

Facebook war zuletzt wegen der Verbreitung von Mord-Videos in die Schlagzeilen geraten und will nun mit 3000 weiteren Mitarbeiter gegen Gewalt-Filme vorgehen.

Der Kurzmitteilungsdienst Whatsapp fiel weltweit während der Vorstellung der Quartalszahlen der Konzernmutter Facebook aus. Das Unternehmen nannte keinen Grund für die mehrstündige Panne. Die Störung wurde später behoben.

Mit seinem Wachstum lässt Facebook den Rivalen Twitter immer weiter hinter sich. Der Kurznachrichtendienst steigerte die Zahl seiner monatlich aktiven Nutzer im ersten Quartal um sechs Prozent auf 328 Millionen. Der Umsatz fiel erstmals seit dem Börsengang - und zwar um knapp acht Prozent auf 548,3 Millionen Dollar.

(sda/reuters/chb)