Am Kursgewinn selbst ist kaum etwas auszusetzen: Ganze 15% hat der vergangenen November lancierte SMI Mid Index (SMIM) zulegen können, rechnet man die Performance auf das letzte Halbjahr zurück. 15% ­ das ist etwa das Dreifache dessen, was der schwergewichtige Swiss Market Index (SMI) im selben Zeitraum vorweisen konnte.

Trotzdem scheiden sich am neuen Index die Geister. Erster Streitpunkt: Mangelnde Streuung des Risikos. Gedacht als längst fällige Erweiterung zum unausgewogenen SMI-Index, gilt der SMIM als zu einseitig: «Den Umstand, dass nur 24 Titel im Index enthalten sind, halte ich bezüglich Diversifikation für nicht optimal», sagt Peter Gachnang, Fondsmanager bei der Swisscanto. Dem Index entgingen interessante kleinere Titel wie Saia-Burgess oder Komax. Tatsächlich kommen bewegliche Leichtgewichte im SMIM kaum zum Tragen: Überflieger Charles Vögele etwa ist nur zu knapp 1% im Index vertreten. Dagegen kommt die Aktie von Geberit auf 11% des Benchmarks, hat jedoch in den letzten 6 Monaten einen Verlust von 6% eingefahren. Indessen hat die mit 16% am schwersten gewichtete Nobel-Biocare zwar gut rentiert; mit den Aktien von Actelion, Phonak, Tecan und Straumann zieht sie aber einen Überhang des Gesundheitssektors nach sich. Und das ist riskant, denn in diesem Sektor sind die Aktien teuer und deshalb anfällig für Kurseinbrüche. Was zum zweiten Streitpunkt führt: Inwiefern nützt der SMIM den Privatanlegern? Optimistisch gibt sich hier Reto Schönholzer, Fondsanalyst bei der Bevag Better Value AG.

ETF nur fürs schnelle Geld

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Im Vergleich zu den Largecaps sei das Midcap-Segment eigentlich nicht mehr günstig, sagt Schönholzer. Als Diversifikation zum SMI seien die mittelgrossen Werte aber den Smallcaps vorzuziehen, können doch steigende Leitzinsen bei den kleinen Titeln eher zu Liquiditätsengpässen führen. Bezüglich der Art der Anlage empfiehlt Schönholzer Aktienfonds: «Durch die richtige Kombination der Titel lässt sich durchaus ein Mehrwert erzielen.» Eine Möglichkeit hierzu bietet der «UBS Equity Fund Midcaps Switzerland». Der Fonds hat in den letzten 12 Monaten 14% zugelegt, die Gesamtkosten (TER) liegen bei 1,79%.

Zertifikate und Exchange Traded Funds (ETF) sollten hingegen nur dort verwendet werden, wo schnelle Gewinne das Ziel sind, so Schönholzer. Einziger ETF auf den SMIM ist bisher der «XMTCH on SMIM» der Credit Suisse. Zudem laufen heute 10 strukturierte Produkten auf den SMIM, unter anderem das zu 102 Fr. gehandelte Open-End Zertifikat auf den SMIM (Valor: 001996013) der Bank Vontobel.