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IPO-Filings
Snapchat bereitet Gang an die Börse vor

Evan Spiegel: Der Mann hinter dem Geist. Keystone

Die Chatplattform Snapchat hat offenbar bereits die Dokumentation für den Börsengang bei der Aufsicht deponiert. Das, obwohl das Umfeld für Hightech-Börsengänge ist in diesem Jahr schwierig ist.

Veröffentlicht am 15.11.2016

Der WhatsApp -Rivale Snapchat wagt Insidern zufolge den Sprung an die Börse. Das Unternehmen habe entsprechende Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag. Snapchat werde dabei mit 20 bis 25 Milliarden Dollar bewertet. Es wäre der grösste US-Börsengang seit dem Debüt des chinesischen Onlinehändlers Alibaba vor zwei Jahren.

Der Schritt auf das Parkett könnte bereits im März erfolgen. Die Firma habe die Unterlagen vertraulich eingereicht, sagten die Insider weiter. Mit diesem Vorgehen können Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter einer Milliarde Dollar das Interesse von Investoren ausloten, ohne Finanzdaten offenlegen zu müssen. Die Muttergesellschaft Snap Inc. wollte sich zu den Informationen nicht äussern.

Umsatz von Snap soll auf 1 Milliarde steigen

Snapchat wurde 2012 gegründet. Nutzer können über die App Fotos, Videos und Nachrichten verschicken. Auch Geld kann versendet werden. Dabei kooperiert Snapchat mit dem Onlinebezahl-Anbieter Square. Geht es nach Experten, dürfte der Umsatz von Snap – so der Name des Unternehmens hinter der App Snapchat – im kommenden Jahr rund 1 Milliarde Dollar Umsatz machen. Zum Vergleich: 2015 waren es gerade mal 60 Millionen Dollar.

Ob das Unternehmen auch Gewinne einfährt, darf bezweifelt werden und ist nicht bekannt. Klar ist indes, dass sich mit dem Kanal Snapchat für Werbetreibende ganz neue Möglichkeiten ergeben. So erreichte etwa die Kampagne des Fastfood-Restaurants Taco Bell, in der ein Taco die Gesichter von fotografierten Nutzern zeigte, angeblich rund 225 Millionen Views.

In der Liga von Uber und Airbnb

Inzwischen entwickelte sich die App immer mehr zu einer Plattform für Medieninhalte. Die App hat mehr als 100 Millionen aktive Nutzer, 60 Prozent davon sind zwischen 13 und 24 Jahre alt - eine für Werbung attraktive Zielgruppe. Investoren fürchten aber, dass Werbung die einzige wichtige Einnahmequelle von Snapchat ist.

Experten zufolge dürfte Snapchat zu einem Test werden, wie grosse wagniskapitalfinanzierte Firmen bei einem Börsengang abschneiden. In der selben Liga spielen etwa der Mitfahrdienst Uber und die Unterkunftsvermittlung Airbnb. Den Börsengang leiten sollen die beiden New Yorker Grossbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs. Auch die Credit Suisse ist dabei.

Schwieriges Umfeld

Das Umfeld für Hightech-Börsengänge ist in diesem Jahr schwierig: Viele Investoren halten sich wegen der starken Kurssprünge in der Branche zurück. Bisher haben 123 Technologiefirmen den Gang aufs Parkett gewagt und insgesamt 7,1 Milliarden Dollar eingenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank damit die Zahl der Börsengänge um 20 Prozent und die Summe der Erlöse sogar um 58 Prozent.

Die Erfolgsgeschichte von Snapchat in 60 Sekunden:

 

(reuters/cfr/me)

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