«Die BVK hat die Kursschwankungen vergleichsweise gut überstanden», sagte der Chef der Zürcher Pensionskasse BVK, Thomas Schönbächler, an einer Medienkonferenz in Zürich. Beim Entscheid der Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzuheben, habe man davon profitiert, dass 85 Prozent der Fremdwährungsrisiken abgesichert seien.

Ohne Absicherung wären die Verluste viel grösser gewesen. Dank den Versicherungen auf Kursschwankungen lösten sich «nur» 900 Millionen Franken in Luft auf, was 3,3 Prozent Rendite entspricht. Ohne Absicherung wären wohl weitere 1,3 Milliarden Franken verschwunden. Der Deckungsgrad der Kasse wäre von 99,3 auf 97 Prozent gefallen.

Rendite ist gesunken

Die Währungsabsicherung hat die BVK also vor noch grösserem Schaden bewahrt. Eine solche Versicherung kostet aber: Im vergangenen Jahr erreichte die BVK deswegen eine Rendite von nur 6,1 Prozent (Vorjahr 7,4 Prozent). Hätte sie sich die Währungsabsicherung gespart, läge die Rendite 2014 bei 8,4 Prozent.

Im vergangenen Jahr lohnte sich die Währungsabsicherung nicht - Mitte Januar, zum Zeitpunkt des SNB-Euro-Entscheides, dafür umso mehr. Mittlerweile haben sich die Kurse wieder etwas erholt. Entsprechend geht es auch bei der BVK wieder aufwärts. Gemäss Schönbächler beträgt der Verlust zum jetzigen Zeitpunkt «nur» noch rund 600 Millionen Franken.

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Bei Sanierungsmassnahmen zurückgeworfen

Insgesamt wurde die BVK durch den SNB-Entscheid bei ihren Sanierungsmassnahmen leicht zurückgeworfen. Die Kasse, die mit 99,3 Prozent immer noch eine leichte Unterdeckung aufweist, hat die 100 Prozent zwar in Reichweite. Weil niemand weiss, wie sich die Kapitalmärkte entwickeln, ist aber unklar, ob die BVK dieses Ziel im Jahr 2015 schaffen wird.

Schönbächler zeigte sich aber überzeugt, dass man dieses Ziel mittelfristig erreichen werde. Im Jahr 2010 - zu Beginn der Sanierung - betrug der Deckungsgrad der BVK noch 87,3 Prozent.

28,5 Milliarden Franken Vermögen

Im vergangenen Jahr verwaltete die BVK ein Vermögen von 28,5 Milliarden Franken. 114'000 Versicherte waren ihr angeschlossen, das waren 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

470 Arbeitgeber hatten die Pensionskassengelder ihrer Angestellten bei der BVK, sechs weniger als 2013. Diese Arbeitgeber hätten aber nicht etwa gekündigt, sagte Schönbächler. Sie seien vielmehr durch Zusammenschlüsse, etwa Gemeindefusionen, weggefallen.

Vermögensverwalter zahlte zurück

Im laufenden Jahr will die BVK damit weitermachen, Retrozessionen von Vermögensverwaltern, Fondsverwaltern und Banken zurückzufordern. Sie reichte im Jahr 2014 mehrere Klagen ein. In einem Fall war die BVK bereits erfolgreich: Ein Vermögensverwalter zahlte der Pensionskasse einen tiefen Millionenbetrag zurück.

Retrozessionen sind Entgelte, die Vermögensverwalter für die Abwicklung von Kundenaufträgen erhalten. Dazu gehören etwa Provisionen, die eine Bank an den Vermögensverwalter zahlt, weil er seinen Kunden Produkte dieser Bank verkauft hat. Das Bundesgericht entschied 2012, dass diese Gelder dem Kunden zustehen.

Wer haftet für die BVK-Affäre?

Noch nicht abgeschlossen sind auch die Haftungsfragen, die im Nachgang zur BVK-Korruptionsaffäre auftauchten. Im Visier stehen hier vor allem die damaligen Regierungsräte, weil diese die jahrelange Misswirtschaft tolerierten. Führung und Kontrolle versagten, so dass es dem damaligen BVK-Anlagechef Daniel Gloor möglich war, ein einträgliches Günstlingsnetzwerk aufzubauen.

Wegen der Komplexität wurden mit den Haftungsfragen externe Experten betraut. Noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse vorliegen und der Stiftungsrat will das weitere Vorgehen beschliessen.

(awp/sda/tno)