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Einschätzung
SNB-Entscheid lässt Bankengewinne schmelzen

Zürich Paradeplatz: Der SNB-Entscheid trifft Schweizer Vermögensverwalter. Keystone

Der SNB-Entscheid dürfte schwere Auswirkungen auf Schweizer Vermögensverwalter haben. Brutal soll es die Partners Group treffen. Aber auch die Grossbanken müssen mit Verlusten rechnen.

Veröffentlicht am 16.01.2015

Der SNB-Entscheid zur Freigabe des Franken-Wechselkurses vom Donnerstag dürfte gemäss Analysten innerhalb der Schweizer Bankenbranche vor allem die Vermögensverwalter hart treffen. Für diese falle ein grosser Teil der Erträge in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem US-Dollar an, während die Kosten mehrheitlich in Franken anfielen, meinen die Aktienanalysten von Credit Suisse und Vontobel in Kommentaren vom Freitag.

Vontobel-Analyst Andreas Venditti sieht vor allem Julius Bär und EFG International wegen ihrer grossen Franken-Kostenbasis unter den am stärksten betroffenen Schweizer Instituten. So dürfte der Einfluss der SNB-Massnahme auf den Vorsteuergewinn von EFG International mit -26 Prozent zu Buche schlagen, bei Julius Bär schätzt er diesen auf -22 Prozent.

Partners Group wird grössten Einfluss spüren

Den grössten Einfluss auf die Erträge werde Partners Group verspüren – allerdings dämpfe bei dem Private-Equity-Spezialisten das günstige Kosten-Ertrags-Verhältnis den Einfluss. Venditti schätzt den negativen Einfluss der Wechselkursfreigabe für Partners Group auf -16 Prozent. Der Einfluss auf den Vorsteuergewinn der GAM Holding werde mit -14 Prozent ebenfalls gedämpft ausfallen, dies wegen der grossen britischen Kostenbasis des Asset Managers.

Auch CS-Analyst Jan-Thomas Schöps sieht EFG International als am stärksten betroffen an und schätzt den negativen Einfluss auf den Vorsteuergewinn 2015 gar bei -35 Prozent. Ebenfalls einen negativen Einfluss sieht der CS-Experte für den Derivatespezialisten Leonteq (-20 Prozent). Für die Bank Vontobel schätzt er den negativen Einfluss auf den Vorsteuergewinn mit -9 Prozent deutlich schwächer.

Grossbanken sind auch betroffen

Die Grossbanken werden nach Ansicht von Vontobel-Experte Venditti ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Vorsteuergewinne hinnehmen müssen ( CS -13 Prozent und UBS -12 Prozent). Dagegen sieht er einen positiven Effekt auf die Kapitalquoten und die Leverage Ratios der Institute. Vor allem die UBS dürfte dank einer Reduktion der risikogewichteten Aktiven, die zum Teil auf Fremdwährungen lauten, eine verbesserte Kernkapitalquote aufweisen.

Zu stark bestraft worden sind an den Märkten die schwergewichtig inlandorientierten Institute VZ Holding und Cembra, meint der Vontobel-Analyst. Allerdings dürften auch diese Finanzinstitute unter «Zweitrundeneffekten» einer sich abkühlenden Wirtschaft zu leiden haben.

(awp/ise)

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