Dank dem markanten Anstieg des Goldpreises weist die Nationalbank für das Geschäftsjahr 2011 auf ihrem Goldbestand einen Bewertungsgewinn von über 5 Milliarden Franken aus.

Die Fremdwährungspositionen des Stammhauses werden rund 8 Milliarden Franken zum positiven Ergebnis beitragen. Der Gewinn des Stammhauses wird damit bei etwa 13 Milliarden Franken liegen. Das Konzernergebnis dürfte dank dem Stabilisierungsfonds noch etwas besser ausfallen.

Reserven aufgefüllt

Verwendet wird der diesjährige Gewinn zunächst für die gesetzlich vorgesehene Rückstellung für Währungsreserven (3,2 Milliarden Franken). Mit den weiteren Mitteln kann die Nationalbank die Ausschüttungsreserven, die wegen des Rekordverlusts im vergangenen Jahr auf minus 5 Milliarden Franken sanken, wieder auffüllen.

Dadurch ist die Bedingung dafür erfüllt, dass die Nationalbank eine Ausschüttung an Bund und Kantone vornehmen kann. Mit einer Milliarde Franken fällt diese allerdings deutlich tiefer aus als noch in den vergangenen Jahren, als jeweils 2,5 Milliarden Franken in die öffentlichen Kassen flossen.

Die SNB und das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) schlossen im November eine Vereinbarung für die Ausschüttung in den Jahren 2011 bis 2015 ab. Zuvor hatte die SNB wegen ihrer Verluste befürchtet, überhaupt keine Ausschüttung leisten zu können.

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Im Budget berücksichtigt

Zahlreiche kantonale Finanzdirektoren haben den kleineren Ausschüttungsbetrag in ihren Budgets bereits berücksichtigt. So rechnet der Kanton Bern statt mit über 200 Millionen Franken nur noch mit 84 Millionen Franken von der Nationalbank. Andere Kantone tilgten den Budgetposten ganz.

Ein Drittel der Ausschüttung geht an den Bund, zwei Drittel an die Kantone. Den restliche Gewinn will die Nationalbank der Ausschüttungsreserve zuweisen. Sollte diese wieder auf über 10 Milliarden Franken ansteigen, würden EFD und SNB über eine Erhöhung der Ausschüttung verhandeln.

Die Nationalbank als Konzern dürfte sogar noch einen leicht höheren Gewinn verzeichnen, weil auch aus dem Stabilisierungsfonds mit den von der UBS gekauften toxischen Wertpapieren ein Gewinn hinzu kommt, heisst es weiter. Im vergangenen Jahr lag der Konzernverlust bei 19,2 Milliarden Franken.

(chb/tno/sda)