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Finanzregulierung
SNB lobt Grossbanken überschwänglich

SNB-Chefs Thomas Jordan und Jean-Pierre Danthine: Die Notenbanker stellen den Banken ein gutes Zeugnis aus. (Bild: Bloomberg)

UBS und Credit Suisse haben ihre Widerstandskraft entscheidend gestärkt, befinden die Währungshüter in einem neuen Gutachten. Die Finanzmarktaufsicht fordert hingegen zusätzliche Massnahmen.

Von Mathias Ohanian
am 07.08.2013

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wähnt die beiden grössten Finanzinstitute des Landes voll auf Kurs. «Die Schweizer Grossbanken haben im vergangenen Jahr ihre risikogewichteten Kapitalquoten substanziell erhöht», schreiben die Notenbanker in ihrem heute veröffentlichten alljährlichen Bericht zur Finanzstabilität. In dieser Hinsicht seien nun beide Institute im Vergleich mit ihren internationalen Wettbewerbern «sehr gut positioniert».

Demnach werden UBS und Credit Suisse die Vorschriften für systemrelevante Banken in der Schweiz – die «Too big to fail»-Regulierung – teilweise wohl schon Ende 2014 erreichen. Dabei läuft die Übergangsfrist für die neuen Anforderungen erst Anfang 2019 aus. Sollte sich das weltweite wirtschaftliche Umfeld wie erwartet verbessern, seien «insgesamt keine Verluste zu erwarten».

Euro-Krise stellt grösstes Risiko dar

Anders sieht es laut SNB bei einer erneuten Eskalation der Euro-Krise aus: Sollten sich die Probleme im Währungsraum verschärfen, hätte dies «eine europäische Bankenkrise sowie eine Verschlechterung der Kreditqualität» in allen Ländern Europas zur Folge. «Angesichts der starken Vernetzung der Schweizer Grossbanken mit europäischen Gegenparteien ist das Verlustpotenzial auf solche Exposures daher insgesamt als sustanziell einzustufen», schreiben die Notenbanker. 

Auch die Konjunktur der Schweiz wäre in diesem Negativszenario stark betroffen, was sowohl Aktienkurse als auch Immobilienpreise belasten dürften. Für wahrscheinlicher hält die SNB jedoch eine «allmähliche Verbesserung der konjunkturellen Bedingungen sowohl in der Schweiz als auch weltweit». Wegen der relativ guten wirtschaftlichen Lage und der niedrigen Zinsen bestehe dabei dennoch «das Risiko einer weiteren Verschärfung der Ungleichgewichte auf dem Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt».

Finanzmarktaufseher fordern zusätzliche Massnahmen

Demgegenüber forderte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) in einem ebenfalls heute veröffentlichten Positionspapier, dass die Abwicklung und Sanierung systemrelevanter Banken noch verbessert werden müsse. «Ohne glaubwürdige Konkursdrohung fehlt in einem marktwirtschaftlichen System die zentrale Disziplinierungsfunktion», schreiben die Aufseher. Vor dem Hintergrund der «Too big to fail»-Problematik sei eine international koordinierte Sanierungs- und Abwicklungsstrategie zentral.

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