In einer Umfrage der SNB-Delegierten für regionale Wirtschaftskontakte im Juli und August gaben 58 Prozent von 164 befragten Unternehmen an, insgesamt negative Effekte festzustellen, wie die SNB mitteilt. Ein Quartal zuvor waren es 48 Prozent gewesen. Der Anteil der Firmen, die positive Effekte meldeten, sank von 15 auf 10 Prozent.

Weitaus am stärksten negativ von der Frankenstärke betroffen war wiederum die verarbeitende Industrie; konkret verschlechterte sich die Lage insbesondere in der chemischen und der Pharmaindustrie, in der Metallindustrie, bei Herstellern von Elektronik und von Präzisionsinstrumenten sowie in der Maschinen-, der Textil- und Bekleidungsindustrie.

Die betroffenen Unternehmen erlitten auf ihren ausländischen Absatzmärkten tiefere Gewinnmargen und waren mit geringeren Absatzmengen und tieferen Verkaufspreisen in Franken konfrontiert. Laut SNB war offenbar nur noch ein Teil der Schweizer Exporteure in der Lage, höhere Verkaufspreise in Fremdwährungen durchzusetzen. Einige verloren Aufträge.

Nebst den direkten Effekten auf die Exportwirtschaft litten auch Zulieferer exportorientierter Unternehmen. Aber auch im Dienstleistungssektor spürte mittlerweile die Mehrheit negative Wechselkursauswirkungen. So trübte sich das Bild insbesondere in der Hotellerie und im Detailhandel ein.

Personalabbau und längere Arbeitszeiten

Die grosse Mehrheit der Firmen hat laut der SNB-Umfrage Massnahmen beschlossen. Am häufigsten wurde eine Reduktion der Produktionskosten eingeleitet durch Personalabbau, Verzicht auf Einstellungen und durch eine Erhöhung der Arbeitszeit bei gleichem Lohn.

Der Anteil der Firmen, die ihren Personalbestand zu vermindern gedachten, hat auf rund 26 Prozent zugenommen. Im letzten Quartal lag dieser Anteil noch deutlich unter 20 Prozent. In den meisten Fällen betreffen die Sparmassnahmen jedoch nach wie vor die übrigen Produktionskosten. Verbreitet ist der Einsatz von Absicherungsstrategien.

Die SNB hat auf die Überbewertung des Frankens reagiert und am 6. September ein Mindestkursziel zum Euro von 1.20 Franken bekannt gegeben. Seither notiert der Euro über diesem Wert, auch der Dollar hat zum Franken wieder etwas an Wert gewonnen. Damit hat sich der Druck auf die exportorientierten Unternehmen ein wenig entschärft und die Planungssicherheit in der Budgetierung zugenommen.

(rcv/tno/sda)

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