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Technologie
So fortschrittlich sind Apples iPhone 8 und iPhone X

Zehn Jahre nach dem ersten iPhone hat Apple sein Jubiläums-Modell vorgestellt: das iPhone X. Hinzu kommen das iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Auch von der Apple Watch gibt es Neuigkeiten.

Von Caroline Freigang und Karen Merkel
am 12.09.2017

Zum zehnten Geburtstag hat Apple sein Jubiläumsmodell vorgestellt: das iPhone X. Hinzu kommen das iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Das Geburtstags-iPhone X  –gesprochen iPhone Ten – wartet mit einigen Neuerungen auf: Es kann etwa via Gesichtserkennung entsperrt werden - eine Funktion die Apple Face-ID nennt. Eine Reihe von Sensoren und Infrarot-Kameras sollen sicherstellen, dass das System den Besitzer des Smartphones erkennt – auch wenn dieser Bart, Perücke oder starkes Makeup trägt.

Das Gerät besteht aus einem kompletten Bildschirm ohne Rand. Vor- wie Rückseite bestehen aus Glas. Entgegen der Vorläufer verfügt das iPhone X nicht mehr über den sogenannten Home-Button, mit dem Nutzer bisher auf den Ausgangsbildschirm zurückgekehrt sind. Dies werde nun über Wischen erledigt, kündigte Apple an. Das iPhone X wird ab 3. November im Handel sein, es verfügt über ein OLED-Display von 5'8 Zoll. Die günstigste Version soll 999 Dollar kosten. In der Schweiz allerdings werden laut Apple Store ab 1199 Franken fällig. Es werden zwei Versionen erhältlich sein: Eine mit 64 GB und eine mit 256 GB. iPhone 8 und 8 Plus sind bereits etwas früher erhältlich, ab dem 22. September. Das iPhone 8 wird 839 Franken kosten, das 8 Plus 959 Franken.

Kabelloses Laden

Ausserdem kommt das iPhone X mit animierten Emojis, sogenannten Animojis. Diese richten sich nach der Mimik des Nutzers und können von diesem vertont werden. Das Gerät lässt sich wireless laden. Dazu bringt Apple eine hauseigene Neuheit, die «AirPower» heisst. Auf dieser Ladestation in Form Matte können verschiedene Apple-Geräte gleichzeitig abgelegt und so kabellos geladen werden. Derzeit ist diese allerdings noch nicht in die Massenproduktion gegangen - sie soll im nächsten Jahr erscheinen. Die neuen iPhones sind allerdings auch mit kabellosen Ladegeräten anderer Hersteller kompatibel, etwa Belkin oder Mophie.

Auch das iPhone 8 und iPhone 8 Plus sind mit der Möglichkeit zu kabellosem Laden ausgestattet. Weiter bringen diese beiden Smartphones eine verbesserte Kamera und Augmented-Reality-Funktionen. Das ARKit ist auch für das iPhone X verfügbar.

Teures Jubiläumsmodell

Das Zehn-Jahres-Modell iPhone X wird vor allem eins: teurer als die vorherigen Modelle. Damit stellt sich die Frage, ob die eingeschworene Apple-Gemeinde auch vor vierstelligen Preisschildern nicht zurückschreckt und das iPhone erneut zum Kassenschlager im wichtigen Weihnachtsgeschäft macht. Seit 2007, als Apple mit dem ersten iPhone den Handymarkt revolutionierte, hat der Konzern 1,2 Milliarden Alleskönner-Geräte verkauft. Mittlerweile gilt der Markt allerdings als gesättigt. Zudem tummeln sich in dem Geschäft unzählige Elektronikkonzerne wie Erzrivale Samsung oder die aufstrebenden chinesischen Konkurrenten Huawei, Oppo, Vivi und Xiaomi. Optmistische Analysten gehen dennoch davon aus, dass Apple in diesem Jahr 228 Millionen iPhones verkauft. Das wäre ein Rekord und ein Plus von 5,6 Prozent, deutlich über der Marktentwicklung.

Kritiker weisen immer wieder darauf hin, dass Apple zu stark von seinem Umsatzgaranten abhängig ist. Das iPhone steht für rund zwei Drittel der Konzernerlöse und ist damit mit Abstand das wichtigstes Produkt vor iPad, Apple Watch und Mac-Rechnern.

China entscheidend für Erfolg

Für den Erfolg des neuen iPhones ist ausschlaggebend, wie die Chinesen das Handy aufnehmen. Die Volksrepublik ist längst zum weltgrössten Smartphone-Markt aufgestiegen. Und nach einer anfänglichen Blitzkarriere kämpft Apple hier nun mit den vielen Mitbewerbern und ist auf Platz fünf zurückgefallen. Im abgelaufenen Quartal waren die Erlöse – im Gegensatz zu einem Plus in allen anderen Regionen – um 10 Prozent eingebrochen.

Zuletzt hatten vor allem Chinesen und Hongkonger verstärkt auf den Preis geschaut und bei den günstigeren Modellen der heimischen Anbieter zugegriffen. Beobachter rechnen bereits damit, dass Apples teuerstes Smartphone aller Zeiten für Konjunktur bei den Finanzierungsangeboten sorgt. Viele dürften online kaufen und dann gleich eine Ratenzahlung vereinbaren, sagt der Pekinger Smartphone-Händler Wang Yang.

Analysten zufolge könnte Apple nun im Weihnachtsgeschäft der späte Verkaufsstart zum Nachteil gereichen. Das iPhone X wird erst ab 3. November im Handel sein und mindestens 1149 Euro kosten. Es sei eher mit Anfang bis Mitte Oktober gerechnet worden, sagte Analystin Kim Forrest von der Investmentfirma Fort Pitt Capital. In den USA beginnt die umsatzstärkste Saison mit Halloween am 31. Oktober. Der Verkauf von Samsungs neuem Luxusmodell Galaxy Note 8 startet hingegen schon diese Woche. Laut den Südkoreanern ist die Nachfrage vorab 2,5 Mal grösser als beim Vorgängermodell. Apple-Aktien verloren nach der Präsentation rund 0,4 Prozent.

Apple Watch unabhängig vom iPhone

Apple präsentierte in Cupertino ausserdem seine Apple Watch Series 3. Die Computer-Uhr ist mit einem Mobilfunk-Anschluss ausgestattet und funktioniert damit erstmals unabhängig vom iPhone. Die dritte Generation des vor rund zweieinhalb Jahren gestarteten Geräts kann nun direkt ins LTE-Datennetz gehen. Das heisst: Der Nutzer kann mit der Uhr allein telefonieren und zum Beispiel alle Titel von Apple Music streamen. «Das war unsere Vision von Anfang an», sagte Apple-Manager Jeff Williams am Dienstag am neuen Apple-Hauptquartier in Cupertin. Dabei soll man auch auf der Uhr unter der Telefonnummer des Handys erreichbar sein.

Dabei sei die zusätzliche Technik im Gehäuse mit unveränderter Grösse untergebracht worden, betonte Williams. Dafür seien zum Beispiel die Antennen direkt ins Display integriert worden. Eine umprogrammierbare SIM-Karte für den Mobilfunk-Anschluss wurde fest im Gerät verbaut. Williams demonstrierte die Funktion mit einem Anruf auf der Uhr einer Mitarbeiterin, die gerade mitten auf einem See paddelte.

Nummer eins der Uhrenmarken

Die Apple Watch war seit dem Start im Frühjahr 2015 die bestverkaufte Computer-Uhr. Jetzt sei sie auch die Nummer eins unter den Uhrenmarken insgesamt, sagte Apple-Chef Tim Cook. Offen blieb dabei, ob nach Stückzahlen, oder - wahrscheinlicher - nach Umsatz. Der Konzern nennt weiterhin keine Verkaufszahlen. Cook sagte lediglich, dass im vergangenen Quartal der Absatz im Jahresvergleich um 50 Prozent gestiegen sei. Nach der von Apple gezeigten Aufstellung liegt die Apple Watch vor Marken wie Rolex.

Die Apple Watch wird zudem mehr Informationen zum Puls anzeigen und die Nutzer warnen, wenn der Herzschlag zu schnell ist. Daten des Geräts sollen zudem im Rahmen einer Studie helfen, Herzrhythmus-Störungen zu erkennen.

Zudem kommt auch eine neue Fernsehbox auf den Markt, die die besonders hohe 4K-Auflösung unterstützt. Experten gehen davon aus, dass Apple - ähnlich wie Amazon und Netflix- künftig verstärkt eigene Inhalte auf den Bildschirm bringt.

(mit sda und reuters)
 

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