ZENITH. An Fantasie, Schlafende aus Morpheus Armen zu reissen, mangelte es nie. Im frühen Manchester-Kapitalismus beispielsweise unterstrichen manche Arbeitgeber ihre Forderung nach Pünktlichkeit durch gellende Dampfpfeifen. Andere Dienstherren beschäftigten Wachklopfer, welche durch die tristen Arbeiterquartiere liefen und mit Stangen an die Fenster pochten. Und Lawrence Wright berichtet in seinem Buch «Uhrwerk Mensch» gar vom Berufsstand der «Wachzupfer». Sie erweckten die abgekämpften Proletarier mit Hilfe von « Schnüren, welche aus dem Fenster herabhingen und am Zeh des Arbeiters befestigt waren ».

Handy als «Segnung» der Neuzeit

Mittlerweile haben sich die Zeiten grundlegend geändert. Zwar gibt es zum guten alten Wecker weiterhin keine Alternative. Aber speziell die Segnungen multifunktionaler Elektronik haben die Welt auf diesem Sektor total auf den Kopf gestellt. Nahezu jedes Handy besitzt eine Alarmfunktion. Bei digitalen Quarz-Zeitmessern gehört diese fast schon zur Selbstverständlichkeit. Selbst der klassische iPod verfügt über ein derartiges Feature. Mit Blick auf diese Situation können, ja müssen tickende Armbanduhren, die beizeiten schnarrend oder bimmelnd tönen, fast schon als Fossile gelten. Trotzdem gibt es sie aber weiterhin, weil eben auch ein Markt dafür existiert. Nur scheinbar ewig Gestrige verlangen nach derartigen Nischenprodukten, die sich von Fall zu Fall tatsächlich als wertvolle Wegbegleiter erweisen. Dann zum Beispiel, wenn der Hotel-Weckdienst versagt und der Jetlag besagte innere Uhr durcheinander gebracht hat.

Auch ohne Gebrauchsanleitung

Im Gegensatz zur Elektronik lassen sich mechanische Wecker auch ohne das Studium seitenlanger Bedienungsanleitungen im Allgemeinen sehr problemlos handhaben. Das Problem leerer Batterien kennen sie gleichfalls nicht. Im Zweifelsfall reichen einige Drehungen an der Krone, um dem Federspeicher genügend Energie für sicheres Aufwachen zuzuführen.

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Zenith schon immer ein Pionier

Ein moderner, ausgesprochen exklusiver Armbandwecker der Extraklasse stammt von Zenith, dem Pionier. Nach mehrjähriger Forschungs-, Entwicklungs- und Optimierungsarbeit ist der Grande Class Traveller Répétition Minute El Primero nun endlich in homöopathischen Kleinstmengen erhältlich. «Unsere Techniker und Uhrmacher haben extrem hart gearbeitet», berichtet Zenith-CEO Thierry Nataf. «Aber jetzt funktioniert alles zu unserer vollen Zufriedenheit. Wir können jährlich etwa drei Exemplare fertigstellen.» Diese Mini-Stückzahl resultiert aus der immensen Funktionen-Vielfalt, welche das grosse, bis 50 m wasserdichte Gehäuse beherbergt. Als vermutlich einfachster kann der El-Primero-Automatik-Chronograph mit 30-Minuten-Totalisator gelten. Insgesamt 744 Teile müssen die Handwerker in Le Locle anfertigen, feinbearbeiten und montieren, um das 4031, das komplizierteste aller Zenith-Kaliber, entstehen zu lassen. Zum Zehntelsekunden-Stopper gesellen sich Grossdatum, Gangreserveanzeige fürs Uhrwerk und die Möglichkeit, zwei Zonenzeiten ein- und darzustellen. Zu den absolut herausragenden und in ihrer Art bislang einmaligen Merkmalen gehört der komplexe Schlagwerk-Mechanismus. Die Betätigung des in die Krone eingelassenen Drückers löst ein aufwendiges Minutenrepetitions-Modul aus. Danach ist die aktuelle Zeit minutengenau zu hören. Mit ihrem akustischen Latein ist diese markante Armbanduhr danach aber keineswegs am Ende. Ans Aufstehen oder an Termine erinnert eine innovative, minutengenau einstellbare Alarmfunktion mit sanftem Klang. Falls Diskretion angesagt ist, beschränkt sich der Mechanismus auf dezente Vibrationen. Bleiben zum Schluss noch zwei weitere Indikationen: Eine für die verbleibende Gangreserve des Weckerwerks und – darunter liegend – eine Warnanzeige für die Repetition. Sie leuchtet unübersehbar rot auf, wenn es der zugehörigen Kadratur an Energie mangelt. Sicher ist sicher.

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