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Datenskandal
So gelingt der Ausstieg bei Facebook

Facebook
Aussteigen oder nicht Aussteigen: Das fragen sich wohl nach dem jüngsten Datenskandal viele Nutzer.Quelle: Keystone

Neu ist es nicht, aber brisant wie nie: Facebook verkauft die Daten seiner Kunden. So können sich Nutzer wappnen.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 22.03.2018

Seit Jahren schwelt die Diskussion über Datensicherheit und Privatsphäre bei Facebook. Die Kritik wird nach der nun bekannt gewordenen Datenaffäre um Cambridge Analytica immer lauter.

Erstmals räumt nun auch Facebook-Chef Zuckerberg Fehler ein und entschuldigt sich in einem Interview mit dem US-Sender « CNN» für den Vertrauensbruch.

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«Es tut mir wirklich leid, dass das passiert ist», sagte er gestern bei «CNN». Dabei äusserte er sich auch zu einer möglichen Aussage vor dem US-Kongress: «Um es kurz zu machen: Wenn es das Richtige ist, bin ich bereit.»

Ausserdem kündigt das Unternehmen konkrete Massnahmen an, wie es Datenmissbrauch künftig verhindern will.

Das Facebook-Konto löschen

Ob die Nutzer nun Facebook endgültig den Rücken kehren oder nicht, bleibt ihnen selbst überlassen. Die Diskussion darüber ist in den sozialen Medien voll entbrannt. Der Hashtag #DeleteFacebook wurde am Mittwoch innerhalb von zwei Stunden 10'000 Mal getwittert, am Dienstag über 40'000 Mal, wie die «New York Times» berichtet. 

Dabei ist es gar nicht so einfach, wieder selbst über seine Daten zu bestimmen. So könnte es klappen: 

1. Speichern Sie zuerst die Daten, die Sie behalten möchten: zum Beispiel die Lieblingsfotos, Termine oder Geburtstage.

2. Informieren Sie Ihre Facebook-Freunde, dass Sie Ihr Profil bald löschen und wie Sie danach zu erreichen sind. 

3. Richten Sie sich gegebenenfalls eine neue E-Mail-Adresse ein.

4. Besorgen Sie sich die Kontaktdaten Ihrer Facebook-Freunde.

5. Sichern Sie Ihre Daten über «Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter». Alle Posts, Likes, private Nachrichten und Freundschaftsanfragen werden heruntergeladen.

6. Klicken Sie in den Einstellungen auf «Apps». Dort sehen Sie alle Apps und Seiten, in die Sie sich über Ihr Facebook-Konto eingeloggt haben. Entfernen Sie alle Apps. 

7. Vor dem Löschen des Facebook-Kontos, sollten Sie auch die Accounts bei Diensten wie Instagram und Tinder, die zu Facebook gehören, löschen. Richten Sie bei anderen Apps neue Login-Daten ein, um sich nicht mehr per Facebook anmelden zu müssen.  

8. Wer konsequent sein will, sollte sich auch von Whatsapp verabschieden. Denn der Messenger-Dienst gehört auch zu Facebook - und Sie liefern nicht nur die eigenen Daten, sondern auch die Ihrer Facebook-Freunde und alle auf dem Mobiltelefon gespeicherten Kontakte.

9. Jetzt können Sie Ihr Facebook-Konto löschen. Wählen Sie im Drop-Down-Menü rechts oben «Einstellungen». Unter «Konto verwalten» gibt es die Möglichkeit, das Konto zu deaktivieren. Allerdings sind auch nach der Deaktivierung noch persönliche Informationen wie der Name in den Freundeslisten oder Fotos bzw. Inhalte, die Sie einmal geteilt haben, vorhanden. Eine permanente Löschung des Kontos, können Sie nur bei Facebook direkt beantragen.

Die persönlichen Daten schützen

Letztendlich ist Facebook natürlich nicht das einzige Unternehmen, das Daten sammelt. Aber es gibt Dienste und Anwendungen, die sparsamer mit den persönlichen Daten umgehen. Und selbst, wenn Sie bei Facebook bleiben, können Sie sich sich ein Stück weit schützen, damit der Konzern nicht ganz so leicht an Ihre Daten kommt.