Im Spätherbst 2012 kommunizierte die UBS den beschleunigten Umbau der Bank. Seitdem interessiert Beobachter vor allem, wie weit sie auf dem Weg dorthin schon fortgeschritten ist. Die Bank will den Fokus stärker auf das Vermögensmanagement richten – und weg vom Investmentgeschäft.

Wenn die UBS am morgigen Dienstag ihre neuen Quartalszahlen präsentiert, wird einmal mehr die Entwicklung der Eigenmittel im Mittelpunkt stehen – zumal die Bank die angekündigten höheren Dividenden davon abhängig gemacht hat. Im Vergleich mit der zweiten grossen Bank am Paradeplatz steht die UBS hier aber gut da: Angestrebt wird eine Kernkapitalquote (Cet-1) von 13 Prozent – nach dem ersten Quartal lag sie bereits bei 13,2 Prozent.

Die Credit Suisse meldet in der vergangenen Woche hingegen einen branchenweit ausserordentlich niedrigen Wert von 9,5 Prozent fürs Frühjahrsquartal. Der Grund dafür: Die Rekordbusse von 2,5 Milliarden Franken, die das Institut nach Amerika überweisen muss.

Geringe Marktschwankungen drücken Margen

Wegen der Entwicklung an den Finanzmärkten und der anhaltend niedrigen Zinsen gehen die meisten Analysten jedoch von einem weiteren glanzlosen Resultat im UBS-Investmentbanking aus. Die geringe Volatilität, welche alle Märkte im zweiten Quartal charakterisierte, bedeutet offenbar, dass Erträge und Margen generell unter Druck stehen.

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Da die Erwartungen für die aktuelle Berichtssaison bereits sehr tief waren, haben allerdings die meisten Banken, die ihre Zahlen bereits veröffentlichten, im Fixed Income Geschäft eher etwas besser abgeschnitten als prognostiziert. So war es denn auch bei der Credit Suisse. Der relativ gesehen geringere Anteil dieses Geschäfts bei der UBS könnte den Einfluss bei der grössten Schweizer Bank allerdings limitieren.

Wie hoch sind die Rechtskosten, die auf die UBS zukommen?

Bezüglich Netto-Neugeld zeigte sich die Bank mit dem ersten Quartal zufrieden. Sie erreichte im Bereich Vermögensmanagement 10,9 Milliarden Franken, wobei die Zuflüsse vor allem aus Asien, der Pazifikregion und anderen Schwellenländern kamen. Ausserdem sammelte das Vermögensgeschäft Americas Nettoneugelder von 2,1 Milliarden Franken ein.

Ebenfalls im Fokus – einmal mehr – stehen die erwarteten Kosten für diverse noch laufende oder zum Teil neue Rechtsfälle. Dies gilt nicht nur bezüglich der mutmasslichen Manipulation von Devisen, den ominösen Geschäften in sogenanten Dark Pools oder der jüngsten Strafuntersuchung in Frankreich. Die Analysten der Deutschen Bank zogen neulich für das Geschäftsjahr 2015 zusätzliche 4 Milliarden Franken an Rechtskosten in ihre Schätzungen ein. Dies sei zwar eine ungenaue Schätzung, aber besser, als einen Null-Betrag im Modell zu behalten.

(mit Material von awp)