Die UBS agiert gemäss Konzernchef Sergio Ermotti mit ihrer neuen Strategie «aus einer Position der Stärke heraus». Die Grossbank wolle den Aktionären in Zukunft eine gute Rendite bei einem kleineren Risiko anbieten, sagte Ermotti in der «NZZ am Sonntag» über die am Donnerstag präsentierte Ausrichtung.

Dabei müsse die UBS das geänderte Marktumfeld und das neue Regelwerk Basel III berücksichtigen. Unter den neuen Regeln liessen sich viele Aktivitäten nicht mehr rentabel betreiben, so Ermotti mit Blick auf das Investmentbanking. «Auch Leute, die das bisher nicht wahrhaben wollen, werden sich anpassen müssen», sagte Ermotti. Er erwartet, dass das neue Regelwerk selbst in den USA eingeführt wird, allerdings später als in Europa.

Die UBS hatte am Donnerstag erklärt, ihre Investmentbank zu verkleinern, sich stärker auf die Vermögensverwaltung auszurichten und wieder eine kleine Dividende zu zahlen. «Mit der Dividendenzahlung wollen wir ein Zeichen der Zuversicht setzen», so Ermotti im Interview.

«Axel Weber war beteiligt»

Dies sei auch im Sinne des künftigen UBS-Präsidenten Axel Weber, der ab Frühling Kaspar Villiger ersetzt. Weber sei an den Diskussionen zur Dividendenausschüttung formell zwar nicht beteiligt gewesen, doch «wir diskutieren über alle Themenpunkte, die öffentlich bekannt sind». Dividenden seien kein Widerspruch zum Kapitalaufbau, für den Weber plädiert, so Ermotti.

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Auf die Frage, inwieweit der Umbau bei der UBS schon die Handschrift von Weber trage, sagte UBS-Präsident Kaspar Villiger im Interview mit der «Sonntagszeitung»: «Axel Weber war beteiligt.»

Wie Ermotti nannte auch Villiger die Dividenden-Pläne «ein Zeichen der Zuversicht». «Wir zahlen die Dividende aber nur dann aus, wenn wir unsere Kapitalziele mit einer Kernkapitalquote von 13 Prozent nach Basel III erreichen.»

Villiger schliesst weiteren Jobabbau nicht aus

Im neuen Schwerpunktbereich Vermögensverwaltung sieht Villiger die Bank gut auf Kurs. Man habe «einen sehr hohen Marktanteil im Segment der sehr vermögenden Leute. Da ist Wachstum möglich ebenso wie in Asien».

Allerdings müsse sich die Bankenbranche auf harte Zeiten einstellen. Auch einen weiteren Jobabbau wollte Villiger nicht ausschliessen. «Wenn sich die Märkte verschlechtern, können wir nicht ausschliessen, dass weitere Sparmassnahmen nötig sind», sagte er. Konkret sei momentan aber kein weiterer Abbau geplant.

«Eine risikofreie Bank gibt es aber nicht»

CEO Ermotti kündigte derweil an, die Risikokontrolle der UBS weiter zu verbessern. Nach dem Spekulationsskandal in London, bei dem ein Händler einen Milliardenverlust verursacht hatte, habe die Bank den Eigenhandel trotz hoher Rentabilität geschlossen.

«Eine risikofreie Bank gibt es aber nicht. Bei 65'000 Mitarbeitern werden wir ab und zu solche Fälle haben», so Ermotti. «Wir müssen diese Risiken aber so unter Kontrolle haben, dass die Auswirkungen, finanziell und reputationsmässig, in einem akzeptablen Rahmen bleiben.»

Viilliger will sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen

Kaspar Villiger, der das UBS-Präsidium früher abgibt als zunächst geplant, sagte auf die Frage, ob er sich ungerecht behandelt fühle: «Ja, das fühle ich mich, aber das gehört zu dieser Aufgabe. Alles, was wir getan haben, war schliesslich erfolgreich.» Die UBS sei heute die bestkapitalisierte Grossbank der Schweiz und auch im europäischen Vergleich nach allen Massstäben an der Spitze.

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Für die Zeit nach seinem Abgang im Mai fühlt sich Villiger zu alt für VR-Mandate. Er werde mehr mit seiner Frau reisen und mehr wandern. Und etwas sei sicher, so der 70-Jährige: «Ich werde mich aus der Öffentlichkeit zurückziehen.»

(tno/sda)