Mit rund 450 Seiten ist der Geschäftsbericht der UBS länger als manch ein Roman. «Länge ist der Ausdruck der Komplexität, welche die Unternehmensberichterstattung mittlerweile erreicht hat», erklärt Christian Hoffmann, Leiter des Zukunftslabors Geschäftsbericht an der Universität St. Gallen. Zusammen mit anderen Experten debattierte er am 1. Geschäftsberichte-Symposium, das im Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon stattfand, über Ideen für den Geschäftsbericht der Zukunft. Moderiert wurde die Tagung vom Chefredaktor der «Handelszeitung» Martin Spieler.

Die Fachleute sind sich einig: Die überbordende Textfülle ist nicht das einzige Problem, mit dem Leser von Geschäftsberichten konfrontiert sind. Auch die Fachsprache, die besonders den Finanzbericht prägt, bringt manch einen Interessierten schier zur Verzweiflung. «Der Geschäftsbericht muss eine Geschichte erzählen, die jedermann verstehen kann», fordert deshalb Erik Spiekermann, Creative Director von Edenspiekermann. Er plädiert dafür, die aktuelle Aufteilung in Unterhaltungs- und Informationsteil endlich aufzugeben und eine integrierte «Unternehmensgeschichte» zu erzählen. Reto Waidacher, Generalsekretär des Migros-Genossenschafts-Bundes, ist da anderer Ansicht: «Im Durchschnitt wird ein Geschäftsbericht nur vier Minuten lang angeschaut und daran wird selbst gutes Storytelling nichts ändern», glaubt er. Die Zukunft des Geschäftsberichts sieht Waidacher vielmehr im Internet und ist sich auch sicher: «In zehn Jahren wird es keine auf Papier gedruckten Geschäftsberichte mehr geben.»