Es ist ein 5-Milliarden-Dollar-Deal, den die beiden Flugzeughersteller Boeing aus den USA und Embraer aus Brasilien eingehen: Sie formen ein Gemeinschaftsunternehmen im Geschäft mit Regionaljets. Dieser Zusammenschluss ist eine Antwort auf das Vorpreschen von Boeing-Konkurrent Airbus, der mittlerweile die Kontrolle beim Regionaljet-Programm CSeries des kanadischen Herstellers Bombardier übernommen hat.

Was sind die Folgen? Sicher ist: Der Einfluss von Boeing und Airbus nimmt weiter zu, es wird noch weniger Auswahl unter den Flugzeugherstellern geben.

Airbus vs. Boeing
Quelle: Statista

Denn bisher hatten weder Boeing noch Airbus im Segment der Regionaljets, die Platz bieten für rund 70 bis 100 Passagiere, ein Angebot. Airlines, die in diesem Bereich gerne Flugzeuge kaufen wollten, konnten das sonst herrschende Duopol (nur zwei Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber) aus Boeing und Airbus umgehen und sich bei anderen Herstellern umsehen.

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Auch Helvetic muss Flotte erneuern

So hatte die Swiss sich bei der Wahl eines neuen Kurz- und Mittelstreckenjets für den Typ CSeries von Bombardier entschieden. Sie war die erste Airline der Welt, die diesen Flugzeugtyp erhielt. Derweil muss auch Helvetic-Airways-Chef Tobias Pogorevc seine Fokker-Flotte erneuern. In einem Interview mit der «Handelszeitung» hatte er kürzlich erklärt: «Wir sind im Gespräch mit Embraer und Bombardier.»

Marktanteile Flugzeughersteller
Quelle: Statista

Doch nun zeigt sich immer deutlicher, dass Flugzeugkäufer in Zukunft eigentlich mit Boeing und Airbus verhandeln werden. Zwar gibt es mit dem chinesischen Anbieter Commercial Aircraft Corporation of China einen weiteren Anbieter von Regionaljets, ebenso aus Russland und Japan. Doch die Marktstellung von Boeing und Airbus wird nun weiter gefestigt - auch im Segment der 100-Plätzer. Im Geschäft mit den grösseren Passagierflugzeugen, die 200 bis 450 Passagiere aufnehmen können, dominieren die Amerikaner mit Boeing und die Europäer mit Airbus ohnehin schon den Markt.

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Zwar müssen die Kartellbehörden und die Aktionäre dem Deal von Boeing und Embraer noch zustimmen. Doch die Anleger haben ihr Urteil schon gefällt. Die Embraer-Aktie verlor nach der Meldung des geplanten Zusammenschlusses um mehr als 10 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres haben die Embraer-Titel um mehr als 30 Prozent zugelegt, weil sich die Kooperation von Boeing und Embraer bereits abzeichnete.