Der Top-Ökonom Hans-Werner Sinn warnt: «Bei den Banken stehen noch gigantische Eigenkapitalverluste an.» Die Politik müsse jetzt hart bleiben und für eine klare Regulierung des Finanzsektors sorgen. «Wenn wir nicht Ruhe ins System bringen und diese zyklischen Übersteigerungen reduzieren, wird das die Marktwirtschaft zugrunde richten», sagt Sinn gegenüber der «Handelszeitung».

Sinn fordert, dass die Banken weltweit ihr Eigenkapital in die Höhe schrauben. Damit liesse sich das Bankensystem stabilisieren. «Die nötige Eigenkapitalregulierung liesse sich leicht bewerkstelligen», ist Sinn überzeugt. Die Schweiz werde wegen ihrer starken Finanzindustrie auch künftig krisenanfällig sein. «Insofern sollte auch die Schweiz ein Interesse daran haben, ihre Banken besser zu regulieren, und sich von der Vorstellung einer Selbstregulierung verabschieden.» Nur wenn das nicht gelinge, müsse sich die Schweiz an die Zerschlagung der beiden Grossbanken machen, so Sinn.

Droht sonst der Schweiz in einer nächsten Krise ein ähnliches Schicksal wie Island? «Diese Problematik muss nun offen angesprochen werden», fordert Niklaus Blattner, ehemaliger Vizepräsident der SNB. «Es geht darum, die Gefährlichkeit der Grossbanken auf die wirtschaftliche und politische Risikofähigkeit der Schweiz abzustimmen.» In der Schweiz ist allein die Bilanzsumme der UBS viermal so gross wie das Bruttoinlandprodukt (BIP).

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