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Öffentlicher Verkehr
So will BAV-Direktor Füglistaler den ÖV verbilligen

Füglistaler
 Quelle: Keystone

BAV-Direktor Füglistaler erklärt, warum er mehr Wettbewerb in den ÖV bringen will und weshalb das BAV Mobility Pricing testet.

Von Bastian Heiniger
am 31.05.2018

Peter Füglistaler, Direktor Bundesamt für Verkehr (BAV), will mehr Wettbewerb im öffentlichen Verkehr. Damit sorgt er für Aufsehen und Kritik. Geht es nach ihm, fahren bald Schweizer Fernbusse, ausländische Bahnunternehmen dürften künftig ohne SBB-Kooperation in die Schweiz kommen und die SBB soll im Fernverkehr das Monopol verlieren. 

Füglistaler will die Effizienz erhöhen, was letztlich den Fiskus entlaste: «Mit unserem Vorschlag soll der öffentliche Verkehr für den Steuerzahler billiger werden», sagt er im Interview in der am Donnerstag erscheinenden «Handelszeitung». Dass er die SBB verärgert, weil er der Regionalbahn BLS neu zwei Fernverkehrslinien zuspricht, gehört zum Spiel: «Man kämpft um Leistungen und muss mit dem zufrieden sein, was man gewinnt.»

Die neuen Wettbewerbselemente im ÖV sollen den Konkurrenzdruck erhöhen: Wenn etwa zwei Bahnen um Linien konkurrenzieren, würden die Kosten ein Faktor, sagt er. Zudem stellen Fernbusse eine Alternative für Kunden mit kleinerem Budget. «Das erzeugt einen gewissen Druck, damit das ÖV-System nicht immer teurer wird.» Im Regionalverkehr sei es ja bereits so, dass verschiedene Bahnen nebeneinander existierten und neue Ideen entwickelten. Das wolle man nun auch im Fernverkehr nutzen.

Mobility Pricing soll das Netz entlasten 

Um das ÖV-System zu entlasten, denkt Füglistaler zudem über ein Mobility Pricing nach: Das BAV sei da noch in der Konzeptphase und teste, wie man so ein System konkret umsetzen könne, sagt Füglistaler. «Mit Mobility Pricing liesse sich der Preismechanismus besser einsetzen.» Entscheidend sei für die Einführung, wie schnell die Branche Angebote entwickle, die eine neue Preislogik ermögliche.

Füglistaler nennt etwa die beiden Apps Lezzgo oder Fairtiq, die erst am Ende einer Fahrt mit Bahn und Bus abrechnen und so den besten Preis ermitteln. «Dank solchen Angeboten werden in den nächsten Jahren schrittweise neue Tarifsysteme entstehen.» Abschaffen würde er das Generalabonnement deshalb nicht. Aber: «Längerfristig dürfte sich das GA tendenziell verteuern.»

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