CEO Martin Blessing will laut einem Bericht des «Handelsblatt» Anfang kommender Woche dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble einen Plan vorstellen, wie er die Kernkapitallücke bei der Commerzbank zu schliessen gedenkt.

«In erster Linie will das Institut 2,7 Milliarden Euro durch den Abbau von Risiken im Volumen von 30 Milliarden Euro loseisen», schreibt die Zeitung, die sich auf Informationen aus Finanz- und Regierungskreisen beruft. Eine Reduzierung von Krediten und Kreditlinien solle etwa ein Drittel des Betrages einbringen.

Auch ein Beitrag des Grossaktionärs Allianz sei fest eingeplant. Eine Umwandlung der stillen Einlage des Versicherers in hartes Kapital soll demnach 750 Millionen Euro einbringen.

700 Millionen Euro hatte der Rückkauf nachrangiger Anleihen bereits in die Kassen der Bank gespült. Weiterhin brachte der Verkauf des Turms der ehemaligen Dresdner-Bank-Zentrale in Frankfurter im vergangenen November der Commerzbank laut «Handelsblatt» einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

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Reichen die Gewinnrücklagen aus?

All diese Massnahmen zusammengerechnet würden der Bank rund 4,2 Milliarden Euro bringen. Um die Anforderungen der Europäischen Bankenaufsicht EBA mit einer Kernkapitalquote von 9 Prozent zu erfüllen, braucht sie 5,3 Milliarden.

Die fehlenden 1,1 Milliarden Euro will Blessing laut «Handelsblatt» vor allem über Gewinnrücklagen abdecken, die sie bis Sommer 2012 erwartet. Voraussetzung sei, dass die Bank tatsächlich genug verdiene.

Ein Verkauf der Tochter Eurohypo an den Staat kommt demnach zunächst nicht mehr in Frage. Eine kleine Kapitalerhöhung könnte dagegen noch eine Notfalloption sein.

(tno/laf)