Das Tauziehen um die Übernahme des US-Gentechnikspezialisten Illumina durch den Roche-Konzern geht in die zweite Verlängerung. Nun können die Illumina-Aktionäre ihre Titel bis zum 20. April andienen, wie der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern mitteilte.

Die bisherige Frist war am Freitag zu Ende gegangen. Roche bietet den Illumina-Aktionären unverändert 44,50 Dollar je Titel oder insgesamt rund 5,7 Milliarden Dollar. Die Amerikaner machten aber erneut deutlich, dass sie das Angebot als viel zu niedrig erachten.

Derselben Ansicht sind offenbar die Aktionäre. Bisher wurden lediglich gut 144'000 Aktien angedient. Dies entspricht weit unter einem Prozent der insgesamt ausstehenden 122,3 Millionen Titel. Beobachter gehen denn auch davon aus, dass Roche nachlegen muss. Darauf deutet auch der Aktienkurs hin: Am Freitag schlossen die Illumina-Aktien bei 50,46 Dollar.

Verhandlungen hinter den Kulissen?

Roche will mit Illumina sein Diagnostikgeschäft ausbauen. Die Diagnostik ist für Medikamente bedeutsam, die speziell auf bestimmte Patientengruppen zugeschnitten sind und auf die Roche stark setzt.

Analysten zufolge verhandelt der Pharmakonzern hinter den Kulissen mit Grossaktionären, um sie für ein Angebot zu gewinnen. Damit nehme der Druck auf den Verwaltungsrat und das Management von Illumina weiter zu, erklärte Analyst Martin Vögtli vom Brokerhaus Kepler. Die sieben grössten institutionellen Anleger halten mehr als die Hälfte der Illumina-Aktien.

Anzeige

Die Basler verfolgen aber auch einen zweiten Weg, um die Kontrolle über Illumina zu erlangen: Für die Aktionärsversammlung vom 18. April hat Roche Kandidaten nominiert, bei deren Wahl der Konzern die Mehrheit im Verwaltungsrat von Illumina übernehmen würde.

(tno/chb/awp)