«Es gibt nur eine Möglichkeit, wie die Swisscom-Herausforderer Orange und Sunrise ihre Position ausbauen können: Durch die Reduktion der Infrastrukturkosten.» Das sagt Telekom-Regulator Marc Furrer im Interview mit der «Handelszeitung». Sein Vorschlag: «Sunrise und Orange sollten ihre Mobilfunknetze zusammenlegen.» Durch die Fusion der Netze würde Telefonieren mit dem Handy massiv günstiger.

Die Idee kommt bei Sunrise gut an: «Das ist ein spannender Beitrag zur Entwicklung der Mobilnetze», so CEO Christoph Brand. Orange-Schweiz-Chef Andreas Wetter meint: «Eine allfällige Diskussion um Netzzusammenlegungen erscheint uns nur dann sinnvoll, wenn alle Netzarten von allen Operatoren mit eingeschlossen werden.» Dazu gehörten auch alle Glasfaser- und TV-Kabel. Furrer ist nicht abgeneigt: «Man sollte sich überlegen, ob man nicht ein Glasfasernetz für alle haben sollte.» Swisscom kann mit diesen Überlegungen nichts anfangen. «Es gibt keinen Anlass, die Rahmenbedingungen zu ändern», sagt Sprecher Carsten Roetz.

Im Gegensatz zum Telekommarkt erwartet Furrer, der auch als Postregulator fungiert, für den Postmarkt keinen Preisrutsch: «Es wäre illusorisch zu glauben, dass die Tarife für A-Post-Briefe am Ende des Briefmonopols auf 90 Rp. sinken.» Doch die Schweiz müsse wegen des zunehmenden Drucks aus der EU weiter liberalisieren. «Die ausländischen Player fragen sich, wieso ihre Firmen in der Schweiz eine andere Marktsituation antreffen sollen als die Schweizer in der EU.»

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