Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) passt sich den veränderten Begebenheiten in der Branche mit einer neuen Strategie an. Das Institut will im Zeitraum 2016 bis 2020 einerseits mit gezielten Initiativen die Transformationen zu einer digitalen Bank vorantreiben und anderseits das Kerngeschäft weiterentwickeln. Mit einem neuen Departement wird dieser zweigleisig aufgestellten Strategie organisatorisch Rechnung getragen. Zudem setzt sich die Bank neue Finanzziele.

«Wir werden aus heutiger Sicht für die Periode 2011 bis 2015 alle finanziellen Strategieziele erreichen», sagte VR-Präsident Mark Bachmann anlässlich der Medienkonferenz am Donnerstag in Luzern. So habe die Bank unter anderem in allen Bereichen Marktanteile dazugewinnen können. «Angesichts unserer Markführerschaft hätte sich die LUKB im angestammten Kerngeschäft auf den Lorbeeren ausruhen können», ergänzte CEO Daniel Salzmann. Aber das wolle und könne die Bank nicht, denn die Welt – sprich die Kundenbedürfnisse – würden sich stark ändern. Entsprechend gelte es, die Bank auf diese neuen Begebenheiten auszurichten.

«2020@LUKB»

Der Name «2020@LUKB», den die Bank der neuen Strategie gegeben hat, bringt zum Ausdruck, wo die Bank die grossen Veränderungen ortet: in der Digitalisierung des Bankgeschäfts. Hier setzt die Bank einen der beiden Schwerpunkte in den nächsten fünf Jahren. Verschiedene Projekte im Bereich Crowdvoting, Crowdfunding und Crowddonating sollen mit dem Ziel der Effizienzsteigerung lanciert werden. Im Crowdvoting beispielsweise will die LUKB 2016 einen neuartigen Anlagefonds auflegen, bei dem die Gewichtung der im Fonds enthaltenen Einzeltitel von einer Internet-Community mitbestimmt wird.

Die zweite Stossrichtung der Strategie gilt der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts als Universalbank. Durch die Lancierung umfassender Angebote im Anlagegeschäft, einem Leistungskonzept «Vorsorgebank» für Privatkunden und ein Leistungskonzept «Immobilienbank» für professionelle Immobilien-Investoren soll Wachstum erzielt werden.

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Swisscanto-Geld für neue Strategie

All diese Massnahmen sind verbunden mit Investitionen. Dafür setzt die Bank jene rund 15 Millionen Franken ein, die sie aus dem Verkauf ihres Anteils an der Swisscanto gelöst hat. Bei der Umsetzung der Strategie dürfte auch Personal auf der Stecke bleiben. Salzmann geht aber davon aus, dass ein Stellenabbau über die natürliche Fluktuation erreicht werden könne.

Dass die Bank vom Erfolg ihrer Strategie überzeugt ist, unterstreicht sie mit neuen Finanzzielen. So peilt die Bank bis 2020 einen kumulierten Gesamtertrag von mindestens 950 Millionen Franken an: Das alte Ziel 2011-2015 lag bei 890 Millionen, wovon bis Ende September bereits 847 Millionen realisiert wurden. Die Cost-Income-Ratio, die sich im dritten Quartal auf 47,8 Prozent belief, soll weiter unter 50 Prozent bleiben. Ausserdem strebt die Bank eine unveränderte Gesamtkapital-Ratio zwischen 14 Prozent und 18 Prozent an (Stand per Ende September 2015: 15,8 Prozent). Davon sollen 12 Prozent sogenanntes hartes Eigenkapital (Net-Tier-1) sein. Vom Gewinn will das Institut neu 50 Prozent bis 60 Prozent an die Aktionäre ausschütten, verglichen mit 50 Prozent in der bisherigen Strategie 2011-2015.

Organisation angepasst

Um ihre betriebliche Effizienz weiter zu steigern, passt die LUKB zudem ihre Organisation an. Die personelle Zusammensetzung der Geschäftsleitung bleibt zwar unverändert, die Zuständigkeitsbereiche werden jedoch neu strukturiert. Neu wird es auf Stufe GL ein Departement «Marktservices» geben, bei dem unter anderem Produkt- und Prozessmanagement, zentrale Steuerung der Digitalisierungsmassnahmen, Spezialberatungen und Asset Management angesiedelt sind. Leiter wird Beat Hodel, bisher als GL-Mitglied verantwortlich für das Firmenkundengeschäft.

Die von der Bank veröffentlichten neuen Finanzziele boten den Marktteilnehmern offenbar keine grossen Überraschungen. Die Titel verlieren bis gegen 12.20 Uhr 0,1 Prozent auf 374,50 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,25 Prozent tiefer steht. Die anvisierten Steigerungen auf operativer Ebene seien bereits in seinen Schätzungen enthalten, schreibt Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank. Immerhin lasse die Adjustierung der Ausschüttungsquote Spielraum für eine Erhöhung von erwarteten 11 Franken für 2015 auf 12 Franken für das Geschäftsjahr 2016 und weiter auf 13 Franken.

(awp/ise/mbü)