Die SBB entwickeln sich zunehmend zu einem gewichtigen Player im Immobiliengeschäft. «Wir brauchen die Immobilienentwicklungen und die Immobilienverkäufe», sagt SBB-Chef Andreas Meyer im Interview mit der «Handelszeitung». Auch andere Bahnbetriebe seien auf solche Einnahmen angewiesen. Diese sollen bei den SBB künftig noch forciert werden. «Schauen Sie nach Japan, die sind teilweise nur dank ihren Immobilienprojekten profitabel.»

Die SBB verfügen in Zürich, Basel und Lausanne über weitere Grundstücke. Europa-Allee nennt sich beispielsweise das Grossbauprojekt in Zürich. Realisiert wird es von SBB, Post, UBS und der Stadt Zürich. Meyer: «Wir sind laufend daran, mit den Städten zu schauen, wie unsere Projekte und die Stadtplanungen zusammen vorangetrieben werden können.» Zudem wollen die SBB in den Bahnhöfen den Kunden noch mehr Einkaufsmöglichkeiten bieten. «Das bringt willkommene Zusatzerträge. Wenn man uns das wegnähme, würden die Verluste aus dem operativen Geschäft ansteigen.»

Um im Kerngeschäft profitabel zu bleiben, wollen die SBB künftig regelmässig die Billetpreise erhöhen. Daneben will Meyer die Effizenz steigern. «Wir wollen das System nicht ausreizen. Doch wir stecken auch nicht den Kopf in den Sand. Vor 18 Monaten traute uns fast niemand zu, dass wir trotz Kostendruck in Sachen Pünktlichkeit und Sicherheit noch zulegen können. Es ist uns gelungen, und ich denke, dass weiterhin etwas drinliegt.»

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Im Interview wehrt sich Meyer auch gegen die Angriffe auf seine Person. So sei es jüngst die Konzernleitung gewesen, die dem Verwaltungsrat eine Beschränkung der Leistungs- und Erfolgsprämie vorgeschlagen habe.