Die französische Bank Société Générale hat im zweiten Quartal so viel verdient wie schon lange nicht mehr. Geholfen hat dabei die leichte Erholung der Wirtschaft in Frankreich und in Italien. Deshalb musste die Grossbank nicht mehr so viel Geld für Kreditausfälle zurückstellen. Zudem gab es anders als im ersten Quartal zunächst keine weiteren Hiobsbotschaften aus Russland. Zum Jahresauftakt hatte eine Abschreibung auf die russische Tochter das Ergebnis belastet.

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Zwischen April und Ende Juni sei der Überschuss wegen einer gesunkenen Risikovorsorge und niedrigerer Kosten um acht Prozent auf 1,03 Milliarden Euro gestiegen, teilte der BNP-Paribas-Konkurrent am Freitag in Paris mit. Das ist der höchste Quartalsgewinn seit Mitte 2010. Analysten hatten mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Die Erträge gingen um vier Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück. Die im EuroStoxx 50 notierte Aktie legte kurz nach Handelsstart leicht zu.

Politische Unruhen keine Belastung

Die verschärfte politische Krise in der Ukraine und die Folgen für Russland haben die französische Bank im zweiten Quartal nicht weiter belastet. Zum Jahresauftakt hatte das Institut noch rund eine halbe Milliarde Euro auf die russische Tochter abgeschrieben. Zwischen April und Ende Juni verdiente die Societe Generale in dem Land zwar so gut wie kein Geld mehr, aber immerhin gab es keine weiteren Verluste.

Belastet haben im zweiten Quartal – wie bei vielen Konkurrenten auch – die vielen Skandale der Branche. SocGen erhöhte die Rückstellung für Rechtsrisiken um 200 Millionen Euro und hat damit derzeit insgesamt 900 Millionen Euro zurückgestellt. Die französische Bank gehörte zu den Banken, die Ende 2013 von der EU eine Strafe wegen manipulierter Referenzzinssätze aufgebrummt bekamen. Die Bank hält die Geldbusse von 446 Millionen Euro jedoch für zu hoch und geht nun dagegen vor. Der EU-Gerichtshof soll das Berechnungsmodell für die Strafe überprüfen.

Drohende Strafe in den USA

Eine weitere empfindliche Strafe droht in den USA, wo das Institut wegen möglicher Verstösse gegen Handelssanktionen im Geschäft mit sogenannten Schurkenstaaten im Visier der Ermittler ist. Die US-Justiz hatte den Konkurrenten BNP Anfang Juli zu einer Rekordstrafe von fast 9 Milliarden Dollar verdonnert, was zu einem hohen Quartalsverlust führte.

SocGen-Chef Frederic Oudea sieht die Bank nach den Ergebnissen im zweiten Quartal auf gutem Weg zu dem von ihm im Mai ausgerufenen Ziele. Bis 2016 will er die Erträge jährlich im Schnitt um drei Prozent steigern und die Kostenquote dabei senken. Auf diesem Weg soll die Kapitalrendite trotz der strengeren Auflagen der Aufseher auf mehr als 10 Prozent erhöhen. 2013 hatte dieser Wert noch bei 8,3 Prozent gelegen. Der Gewinn je Aktie soll auf 6 Euro steigen und damit im Vergleich zu 2013 deutlich anziehen.

(awp/vst)