Die Revolten auf dem afrikanischen Kontinent und erhöhte Risikokosten haben zu Jahresbeginn das Ergebnis der französischen Grossbank Société Générale belastet. Im ersten Quartal sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,8 Prozent auf 916 Millionen Euro.

Infolge der Unruhen in den Ländern Elfenbeinküste, Ägypten und Tunesien hätten einige Filialen zeitweise schliessen müssen, sagte Vorstandschef Frédéric Oudéa in einem CNBC-Interview. Die Neubewertung eigener Schulden wirkte sich nach Angaben der Bank vom Donnerstag mit 239 Millionen Euro negativ aus.

Die Erwartungen von Analysten verfehlte die Bank mit den Ergebnissen damit. Am Vortag hatte Konkurrent BNP Paribas einen überraschenden Gewinnsprung gemeldet.

Die Société Générale hatte schwer unter der Finanzkrise gelitten, weil sie zuletzt mehr als andere französische Institute auf das Investmentbankgeschäft nach angelsächsischem Vorbild setzte. Anfang 2008 geriet sie mit einem Spekulationsverlust von 4,9 Milliarden Euro und dem Skandal um den Händler Jérôme Kerviel in die Schlagzeilen.

In der Finanzkrise belastete zudem der Wertverlust vieler erworbener Risikopapiere das Ergebnis. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Société Générale aber wieder einen Überschuss von fast vier Milliarden Euro. Für 2012 hat sich die Bank einen Gewinn von sechs Milliarden Euro zum Ziel gesetzt.

(laf/awp)