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Bahnverkehr
Software bremst neue SBB-Züge aus

Pannen-Züge
Die neuen SBB-Züge von Bombardier hätten schon 2013 zum Einsatz kommen sollen.Quelle: Keystone

Sechs der 62 neuen Bombardier-Zügen wären einsatzbereit. Wegen Software-Probleme stehen sie aber still.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Sie kommen einfach nicht in Fahrt: Erst sechs der 62 neuen Zügen von Bombardier sind einsatzbereit. Dabei hätten die 1,9 Milliarden teuren Doppelstöcker bereits Ende 2013 fahren sollen. Doch verschiedene Pannen und Probleme haben Lieferung und Start immer wieder verzögert.

Sogar die sechs einsatzbereiten Züge stehen derzeit still. Sie haben ein Software-Problem, wie «Radio SRF» heute berichtet. Bei einer Testfahrt Ende letzten Jahres in Rorschach SG dauerte es nach der Mittagspause 40 Minuten, bis der Lokführer die Software wieder hochfaren konnte.

Die Panne ist kein Einzelfall

Das sei kein Einzelfall, wie mehrere Testfahrten mit den Bombardier-Zügen gezeigt hätten, sagt ein Lokführer, der anonym bleiben will, zu «Radio SRF». Die Software-Probleme seien nach wie vor nicht behoben, bestätigt ein zweiter.

Dass die Züge alle paar Tage neu hochgefahren werden müssen, ist normal. In der Regel dauert dieser Neustart aber nur kurz. Beim hochtechnologisierten Bombardier-Zug könne dieser Halt aber gut und gerne mal 40 Minuten und mehr dauern. An einen pünktlichen Taktfahrplan sei da nicht mehr zu denken, heisst es aus Lokführerkreisen.

SBB sind unzufrieden

Die SBB sagt dazu: «Es ist die genuine Natur von Testfahrten, dass man die Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüft, und dass man dabei Hinweise erhält, wo man was verbessern kann.» Und weiter: «Bekannt ist auch, dass der Zug zur Zeit noch nicht in allen Punkten auf dem Stand ist, wie wir ihn gemäss SBB-Anforderungskatalog bestellt haben.» Wann die Züge endlich fahren ist unklar. Eigentlich hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) bereits vor über zwei Monaten eine befristete Betriebsbewilligung erteilt. Die Züge wären längst einsetzbereit. Zu den Software-Pannen kommen noch andere Probleme dazu.

Letzte Woche etwa machte «10vor10» publik, dass der Behindertendachverband Inclusion Handicap beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde eingereicht hat. Laut Verband verstiessen die Züge gegen das Behindertengleichstellungsgesetz. Es sei nämlich nicht möglich, mit dem Rollstuhl selbständig auszusteigen. Müsste die Bundesbahn sämtliche Doppelstockzüge umbauen, dürfen sie nicht ins Ausland fahren. Sie entsprächen dann nicht mehr den EU-Vorschriften.

(bsh/me)

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