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Solarkonzern Q-Cells geht zum Insolvenzrichter

Die europäische Solarbranche leidet - jetzt hats auch Q-Cells erwischt. (Bild: Keystone)

Der hochverschuldete deutsche Solarkonzern Q-Cells ist Pleite. Das Unternehmen wird am Dienstag beim zuständigen Amtsgerich einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

Veröffentlicht am 02.04.2012

Nach intensiver Prüfung von verschiedenen Alternativen sei man zu der Überzeugung gelangt, dass dieser Schritt rechtlich notwendig sei. Die Unternehmensleitung werde mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter an einem Fortbestand des Unternehmens arbeiten.

Das 1999 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 500 in Malaysia.

Q-Cells hatte am Freitag seinen Sanierungsplan aufgegeben. Entmutigt von einem Gerichtsurteil im Fall des mittlerweile insolventen Holzverarbeiters Pfleiderer, begrub der Konzern das Vorhaben, dass Gläubiger seiner Anleihen dem Unternehmen einen Zahlungsauschub gewähren sollen.

Eine Branche in der Krise

Die Solarindustrie in Deutschland, die lange als Vorzeigebranche galt, kriselt schon seit längerem beträchtlich. Der Preisverfall für Solarmodule, die Kürzung der staatlichen Solarförderung und vor allem die billige Konkurrenz aus China bereiten dem Sektor enorme Schwierigkeiten. Die Branche wirft der chinesischen Konkurrenz vor, durch unbegrenzten Zugang zu billigen Krediten vom Staat subventioniert zu werden.

Auch der Solaranbieter Solon hatte Mitte Dezember Insolvenz angemeldet. Konkurrent Sunways rettete sich Anfang des Jahres in die Arme des chinesischen Wettbewerbers LDK Solar, an den das Unternehmen für 2,2 Millionen Euro einen Anteil von 33 Prozent veräusserte.

Nach Solon, Solarhybrid und Solar Millennium ist die Insolvenz von Q-Cells die vierte grössere Pleite in der deutschen Solarbranche. Die Unternehmen leiden unter einem grossen Preisverfall, der auch auf starke Konkurrenz aus China zurückgeht. Vergangenes Jahr hatte Q-Cells einen Verlust von 846 Millionen Euro ausgewiesen, der Umsatz war um ein Viertel auf rund eine Milliarde Euro eingebrochen.

Ende 2011 hatte ausserdem das Solarunternehmen Solar Millennium Insolvenzantrag gestellt. Der Erlanger Konzern produziert allerdings eine andere Technik - für solarthermische Kraftwerke, die vor allem in sonnenreichen Ländern zum Einsatz kommen.

(chb/sda/awp)

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