Der Basler Duty-Free-Detailhändler Dufry hat im ersten Quartal 2016 seinen Umsatz wegen der Grossübernahme von World Duty Free um 60 Prozent auf 1,63 Milliarden Franken gesteigert. Der Verlust weitete sich im Vorjahresvergleich von 9 auf 85,6 Millionen Franken aus.

Das lässt sich auf Sondereffekte zurückführen. Ohne den Zukauf von World Duty Free (WDF) wäre der Umsatz um 5,2 Prozent geschrumpft, wie der Zollfreihändler am Dienstag mitteilte. Um die Verkaufsflächen bereinigt wäre die Kennziffer sogar um 6,2 Prozent gesunken.

Schwaches Wachstum

Auf pro forma-Basis, inklusive der 2015 übernommenen WDF, resultierte dagegen organisch von Januar bis März ein leichtes Wachstum von 0,1 Prozent. Das erste Quartal ist wie allgemein in der Reisebranche auch für Dufry jeweils das schwächste.

Vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Wertberichtigungen blieb ein Betriebsgewinn von 146,5 Millionen Franken. Das sind 59,2 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die Gewinnmarge stagnierte bei 9 Prozent.

Touristenplus in Spanien hilft

Das organische Wachstum bezeichnete Dufry trotz des Umsatzrückgangs als gut. Ein starkes Geschäft in Südeuropa, die stabileren Währungen der Schwellenländer und Vermarktungsanstrengungen hätten dazu beigetragen. In Südeuropa legte dank der stärkeren Touristenströme Spanien zweistellig zu. Insgesamt beziffert Dufry das Wachstum dieses Ländersegments auf 6,6 Prozent.

Märkte, die häufig von russischen Touristen aufgesucht werden, entwickelten sich hingegen schwach. Das war in der Türkei der Fall, wo diese Gäste wegen politischer Querelen nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs und Anschlägen ausbleiben. Griechenland wuchs entsprechend der hohen Buchungszahlen. In Mittel- und Osteuropa liefen die Geschäfte ausser in Russland ansprechend. In Russland zeichnete sich immerhin ein Streifen Belebung ab.

Währungseffekte in Amerika

In Asien, dem Nahe Osten und Australien dämpfte das schwächelnde China das Geschäft. Andere Länder konnten das aber ausgleichen. In Lateinamerika entwickelten sich Zentralamerika und die Karibik gut. In Argentinien hingegen verlor der Peso zwei Drittel seines Werts. Brasilien zeigte aufgrund einer stabileren Währung Erholungstendenzen. In Nordamerika half der starke Dollar.

Anzeige

Dufry-Chef Julian Diaz zeigte sich im Communiqué mit dem Start ins Jahr zufrieden. Das organische Wachstum dürfte sich verbessern und im Jahresverlauf auf die positive Seite drehen. Die Verkaufsflächen wachsen gemäss Diaz im laufenden Jahr um 5 Prozent.

Wachstumsmärkte Südeuropa

Priorität hat für den Manager die Integration des 2015 übernommenen World Duty Free. Dabei bleibt es bei einem Synergieziel von 100 Millionen Franken. Die Integration soll Mitte 2017 abgeschlossen sein. Zudem will Dufry Schulden abbauen. Im Ausblick sieht Diaz in einigen Märkten noch Turbulenzen. In Südeuropa und besonders in Spanien, Griechenland und Italien sollte aufgrund rekordhoher Buchungszahlen beträchtliches Wachstum drinliegen.

Dufry stemmte mit der ehemaligen Swissair-Tochter Nuance und WDF in den vergangenen beiden Jahren zwei Grossübernahmen. Unterdessen betreibt der Konzern in Bahnhöfen, Flughäfen, Häfen, auf Kreuzfahrtschiffen und in städtischen Touristenzentren rund 2200 Shops mit 29'000 Angestellten. Der Konzern ist in 63 Ländern präsent.

(sda/jfr/me)