Der Energiekonzern Alpiq hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2012 ein nach eigener Auffassung «solides» Ergebnis in einem herausfordernden Umfeld erzielt. Dieses war allerdings von Sonderfaktoren belastet. Der Energieabsatz sank um 5,5 Prozent und der Nettoumsatz ging um 4,3 Prozent auf 6,49 Milliarden Franken zurück.

Vor einmaligen Wertberichtigungen und Rückstellungen vor allem im Zusammenhang mit der Kündigung langfristiger Verträge verringerte sich der EBITDA um 13 Prozent auf 503 Mio und der EBIT um 15 Prozent auf 266 Millionen Franken, wie der Energiekonzern in der Mitteilung schreibt. Unter dem Strich wurde ein Reingewinn von noch 126 Millionen Frankenverbucht, was um knapp einen Drittel unter Vorjahr liegt.

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Berücksichtigt man allerdings die Sonderfaktoren, dann ergibt sich ein Reinverlust von 36 Millionen Franken gegenüber einem Vorjahresgewinn von 155 Millionen Franken. Der EBIT beläuft sich unter diesen Umständen auf 141 (VJ 276) Millionen Franken und der EBITDA auf 454 (581) Millionen Franken.

Belastung durch Vertragskündigung mit Hidroelectrica

Die einmaligen belastenden Faktoren hängen mit der mit der überraschenden Kündigung der langfristigen Energielieferverträge durch Hidroelectrica, eine staatlich kontrollierte rumänische Energieerzeugerin, zusammen. Zudem belaste der Ausstieg aus dem Retailgeschäft in Italien sowie der nochmals deutlich gesunkene Marktwert der Beteiligung am italienischen Energieunternehmen A2A.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Alpiq die Schätzungen der ZKB (inklusive Sonderfaktoren) vor allem beim Umsatz und beim Reinergebnis verfehlt. Der zuständige Analyst hat mit einem Umsatz von 6,10 Milliarden Franken, einem EBIT von 140 Millionen Franken und einem Reingewinn von 15 Millionen Franken gerechnet.

Beim Ausblick für das Gesamtjahr zeigt sich Alpiq vorsichtig: Das Umfeld bleibe anspruchsvoll. Alpiq erwarte eine weiterhin stabile Entwicklung im operativen Geschäft, rechne aber wie bereits angekündigt für das gesamte Geschäftsjahr 2012 aus den erwähnten Gründen mit einem deutlich tieferen Ergebnis als im Vorjahr.

Weiter hat Alpiq Patrick Mariller zum neuen CFO und Mitglied der Geschäftsleitung ernannt. Marille ist seit 2009 Leiter Group Planning & Controlling und stellvertretender CFO. Zudem wurde bekannt, dass Jasim Staiblin die Stelle als CEO von Alpiq am 1. Januar 2013 antreten wird. Hans Schweickardt, der das Amt interimistisch innehat, werde sich ab diesem Zeitpunkt wieder auf das Präsidium im Verwaltungsrat konzentrieren.

(aho/laf/awp)