Die griechische Erde, reich an Mineralstoffen, bringt in Verbindung mit dem trockenen Klima und der heissen Sonne nicht nur seit der Antike berühmte Weine hervor, sondern auch moderne Likörweine – besonders den Samos doux. Viele ausländische Verköstiger haben ihn als «liquid sunshine» betitelt, denn diese wohlschmeckenden griechischen Weine scheinen das griechische Licht in sich zu tragen. Der international anerkannte Erfolg der Likörweine von Samos und die um 20% eingeschränkte Produktion im Jahr 2007 führen dazu, dass die Weinproduzenten der Insel Samos ihre bebauten Flächen ausweiten. Dies stösst bei der europäischen Abteilung für Weinkelterei teilweise auf Hindernisse und wirkt sich generell negativ auf den griechische Weinbau aus. Im Gegensatz dazu ist die Muskatproduktion in Lemnos im letzten Jahr leicht angestiegen, jedoch nicht so stark wie erwünscht.

Die steigende Tendenz bei der Produktion von süssen und halbsüssen Weinen wurde bei der Ausstellung Dionysia im letzten Jahr bestätigt. Dabei wurden neue Rebsorten vorgestellt. Die Keltereien wollen ihre Produktpalette mit einigen neuen Likörweinsorten aufstocken, von denen einige seltener zu finden sind als der Muskat.

Verheerende Brände

Die insgesamt in Griechenland produzierte Weinmenge war letztes Jahr spürbar geringer, wenn auch von deutlich besserer Qualität, und die Preissteigerung betrug bis zu 15% gegenüber dem Vorjahr. Die Ernterückgänge bei den Keltertrauben lagen an den hohen Temperaturen, die im letzten Sommer in ganz Griechenland herrschten. Dazu kamen die verheerenden Brände, die besonders im Peloponnes grosse Verwüstungen anrichteten. In Nemea haben die Brände ein Drittel der 1000 ha mit Tafelreben angepflanzten Weinberge zerstört. Die Qualität der Nemea-Weine war jedoch herausragend. Auch die Ernte aus Ilia ist von der Qualität her als ausgezeichnet einzustufen, obwohl die Produktionsmenge um die Hälfte zurückging.

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Auf Kreta hatte die Weinernte zunächst unter Frostschäden zu leiden, und später kam die Hitzewelle dazu. Die Trauben wurden früh geerntet und brachten hohe Öchslegrade bei geringer Säure hervor. In Santorin, wo einige der besten griechischen Weine gewonnen werden, ging die Produktion im letzten Jahr um 20% zurück, die Qualität fiel aber trotz den Befürchtungen der Winzer wegen des trockenen Klimas recht überzeugend aus. Auf Kefalonia wurde die Rebsorte Robolla auch in biologischem Anbau gehalten, wobei sich eine geringere Menge bei guter Qualität ergab. In Tyrnavo fiel die Ernte ebenfalls geringer aus, wie auch in Rapsani. In Thrakien war die Erntemenge leicht herabgesetzt, während in Metsovo und Sitsa das Volumen niedriger, aber qualitativ besser ausfiel. Auf dem griechischen zentralen Festland, wo Weissweine angebaut werden, wurde letztes Jahr eine hohe Ernte eingefahren, und die dortigen Rotweine waren besonders reich an Tanninen.

Mehr Export

Die griechischen Weine weisen weiter steigende Exportzahlen auf, wobei jedoch die beschränkten Mengen und die relativ hohen Preise einem breiteren Absatz entgegenstehen. Die bevorzugtenRebsorten wie Moschofilero, Agioritiko und Mavrodafni haben viele Liebhaber auch im Ausland. International zeichnet sich ein Trend hin zur Tafelweinproduktion ab, also zu Weinen, die keine herausragende Rolle bei Tisch einnehmen. Die griechischen Winzer stellen sich diesem Trend entgegen und verbessern die Geschmackskriterien der Produkte.