1. Home
  2. Unternehmen
  3. Sonne beruhigt das Gewissen

Wärmeerzeugung
Sonne beruhigt das Gewissen

Solaranlage Schulhaus Gersag, Emmenbrücke LU

Das Brauchwasser für das Haus von Georg Liver im bündnerischen Igis wird dank einer Neuentwicklung jetzt ohne CO₂-Ausstoss warm.

Von Norbert Jenal
am 05.06.2013

Einfach ein grandios gutes Gefühl: «Jetzt können wir ohne schlechtes Gewissen länger und häufiger duschen.» Georg Liver und seine Partnerin Hedwig Caminada tun das besonders gern im Garten ihres Einfamilienhauses. Dort haben sie sich ein Sprudelbad und eine Dusche eingerichtet. Und dort erholen sie sich von ihren ausgedehnten Mountainbike-Touren.

Zwischendurch steigt Liver, Fahrzeugexperte bei einer Versicherungsgesellschaft, immer wieder einen Stock tiefer. «Ich wollte ihm im Heizungskeller schon einen Stuhl hinstellen», scherzt Partnerin Caminada. Liver ist fasziniert, wie rasch das System Oertli DrainCompact seine Betriebsleistung hochfährt, selbst wenn die Sonne nur mässig scheint. «Es kommt schnell einmal auf 1000 Watt. Mit dem Velo müsste ich schon für 300 Watt ziemlich in die Pedale steigen», so Liver.

Und wenn die Sonne einmal gar stark auf die Kollektoren brennt? Genau dann kommt das Drain-Back-Prinzip ins Spiel: Bei drohender Überhitzung stellt die Primärpumpe ab. Das Frostschutzmittel, das sonst die Wärme der Kollektoren aufnimmt und zum Wärmetauscher transportiert, fliesst zurück in einen Rücklaufbehälter – daher die Bezeichnung Drain Back. Das Transportmittel kann also nicht mehr ­verdampfen. Es wird erst wieder in die Sonnenkollektoren gepumpt, wenn wieder Solarwärme verbraucht werden kann.

Feine Systemregulierung

Liver schätzt diese Zuverlässigkeit, die Oertli-Systemlieferant Walter Meier (Klima Schweiz) AG, Schwerzenbach ZH, mit Weiterentwicklungen nochmals erhöht hat. Das perfek­tionierte Drain-Back-System misst zusätzlich zur Kollektortemperatur auch den Wärmeverlust in den Leitungen und die Temperatur im Wärmespeicher. Dieser kann nicht mehr auskühlen, der Boiler auch nicht, und das gesamte System lässt sich feiner regulieren: Es arbeitet noch ­effizienter – auch dank der weiterentwickelten Hydraulik, die auf das optimierte Fühler- und Messkonzept «antwortet». Das zur Patentierung angemeldete Regel- und Pumpsystem verhindert zudem, dass während des Betriebs der Anlage darin Luft aufsteigen kann. Das führt zu einem weiteren Effizienzgewinn; dieser macht sich gerade bei geringer Sonneneinstrahlung bemerkbar.

Was hat Liver überhaupt bewogen, für die Warmwasseraufbereitung auf erneuer­bare Energie umzustellen? «Ich musste die 25-jährige Ölheizung ersetzen, da habe ich beschlossen, den Elektroboiler gleich auch zu eliminieren.» An der Wand gegenüber dem Oertli DrainCompact ist jetzt ein Öl-Wand-Brennwertkessel ThermMix montiert. Er schaltet sich zu, wenn die Temperatur des Warmwassers unter 51 Grad fällt, und er liefert im Winter die Raumwärme. Oertli DrainCompact und ThermMix brauchen im Heizungskeller viel weniger Platz und im täglichen ­Betrieb viel weniger Geld. «Den ThermMix kannten wir schon von Nachbarn», ergänzt Liver.

Ausgelegt für hohe Dachlasten

Die mit einer Wanne statt eines Rahmens verpressten Kollektoren auf dem Dach ertragen übrigens auch enorme Schnee- und Eislasten. Verkaufsberater Jürg Kohler, der Ansprechpartner von Liver, hat solche Wannenkollektoren schon auf dem Bernina-Pass, auf einer Meereshöhe von 2328 Metern, montiert. «Im ­vergangenen Winter lagen darauf einige Meter Schnee», berichtet er. «Jetzt versehen sie wieder einwandfrei ihren Dienst.» Die extremen Bedingungen des voralpinen und des alpinen Raums liefern den besten Funktionsausweis, dies zu jeder Jahreszeit.

Norbert Jenal, Projektleiter Kommunikation,Walter Meier (Klima Schweiz) AG, Schwerzenbach ZH.

Anzeige