Die Post will auch am Sonntag Pakete ausliefern - das stösst nicht überall auf Sympathie. Gemäss der Sonntagsallianz umgeht das Vorhaben das Gesetz. Sie fordert eine Intervention des Bundesrats.

Das Vorhaben der Post sei gegen das Gesetz, hat die Sonntagsallianz am Freitag mitgeteilt. Die Sonntagsallianz ist ein Verbund von Organisationen wie Kirchen und Parteien, die den Sonntag als Ruhetag verteidigen.

Kein allgemein gesellschaftliches Interesse

Das Arbeits- und Arbeitszeitgesetz erlaubt nur begrenzt Ausnahmen für das grundsätzliche Sonntagsarbeitsverbot - zum Beispiel für Anliegen, die im allgemeinen gesellschaftlichen Interesse sind. «Auslieferungen für Online-Händler gehören mit Bestimmtheit nicht dazu», so die Sonntagsallianz.

Der Sonntag sei in der Schweiz aus gesellschaftlichem Gesamtinteresse für die Familie, den sozialen Austausch und die kirchlichen Veranstaltungen frei zu halten.

Angst vor Ausweitung der Ladenöffnungszeiten

Die Organisation befürchtet, dass das Projekt eine Grundlage für eine generelle Ausweitung der Ladenöffnungszeiten am Sonntag zur Folge hat.

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Auch die Gewerkschaft syndicom hat sich gegen eine Ausdehnung der Arbeitszeiten zur Wehr gesetzt. Es sei absolut inakzeptabel, dass Taxifahrerinnen und Taxifahrer die Zustellung der Pakete am Sonntagmorgen übernehmen sollen, kritisierte syndicom in einer Mitteilung.

Erster Testlauf

Die Post hat letzte Woche angekündigt, ihre Standardzeiten auszuweiten. Im Oktober startet der gelbe Riese einen ersten Testlauf für die Zustellung von Sonntags-Paketen in den Städten Zürich, Genf, Lausanne und Basel.

(sda/dbe)