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Sonova: Anleger drohen mit Klage

Sonova: Hörgeräteproduktion in Stäfa ZH (Bild: Keystone)

Weiteres Ungemach für den Hörgerätehersteller Sonova: Institutionelle Anleger drohen dem Unternehmen mit einer Klage. Dies wegen der erlittenen Kursverluste durch die undurchsichtige Affäre um den Ver

Veröffentlicht am 26.06.2011

Kurz vor einer Gewinnwarnung Mitte März hatte das Sonova-Management Aktien für rund 47 Millionen Franken verkauft – zu einem noch unversehrten Kurs.  Nach der Warnung stürzten die Kurse des Hörgeräteherstellers massiv ab. Die Staatsanwalt des Kantons Zürich und die Schweizer Börse untersuchen den Fall derzeit.

"Das Unternehmen hat eingeräumt, dass börsenrelevante Informationen früher hätten veröffentlicht werden sollen“ sagte Erik Bomans von der in Belgien beheimateten Investorenschutzorganisation Deminor der "NZZ am Sonntag". Deminor vertritt über 30 institutionelle Sonova-Aktionäre, vor allem aus den USA und Grossbritannien.

Die Chancen stünden gut, dass die Aktionäre ihre Ansprüche auf rechtlichem Wege geltend machen könnten, so Bomans. Sonova habe Fehlverhalten zugegeben. Deminor wartet nun den Untersuchungsbericht der Schweizer Börse gegen Sonova ab, der Klarheit geben über den möglichen Aktienhandelsskandal.

Die institutionellen Anleger hätten kurz vor der Gewinnwarnung im März Aktien gekauft, die nun an Wert verloren hätten, erklärte Bomans. Bei Kursverlusten wegen Fehlverhaltens des Unternehmens sind Klagen für sie denkbar, wie Bomans erläuterte.

Widerstand gegen Verwaltungsrat

Nach wie vor ist nicht klar, inwiefern Sonova-Topleute bei ihren Aktienverkäufen von den tieferen Gewinnzahlen wussten, die das Unternehmen Mitte März in Aussicht stellte. Börsengeschäfte im Wissen um bestimmte Unternehmensentwicklungen sind ein Strafbestand.

Als Folge des Wirbels um die möglichen Delikte sind Ende März der damalige Sonova-Chef Valentin Chapero und sein Finanzchef Oliver Walker zurückgetreten. Firmen-Mitbegründer Andy Rihs trat als Präsident des Verwaltungsrates zurück, ist aber nach wie vor Mitglied des Aufsichtsgremiums.

Rihs selbst hat vor der Gewinnwarnung Mitte März Aktien für rund 37 Millionen Franken verkauft, diese später aber zurückerworben. An der Sonova-Generalversammlung am vergangenen Dienstag stimmten knapp 30 Prozent der anwesenden Aktionärsstimmen gegen die Entlastung des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2010/11.

(cms/sda)

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