Der Hörgerätehersteller Sonova plant laut Konzernchef Lukas Braunschweiler keinen weiteren Stellenabbau in der Schweiz. Anfangs März hatte Sonova angekündigt, 100 Stellen von der Schweiz ins Ausland zu verlagern.

Die Schweiz bleibe wichtigster Standort für Forschung, Entwicklung und Marketing, sagte Braunschweiler in einem am Sonntag publizierten Interview mit der «SonntagsZeitung». Der kürzlich angekündigte Stellenabbau sei schon vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beschlossen worden, sagte Braunschweiler weiter.

Starker Franken belastet Margen

«Sonova verfolgt seit Jahren die Strategie, die Kosten vermehrt im Ausland aufzubauen», sagte Braunschweiler. Deshalb habe die Aufhebung des Euro-Mindestkurses das Projekt lediglich beschleunigt, «um dem Währungseffekt entgegenzuwirken».

Der starke Franken habe einen Einfluss auf die Margen von Sonova, sagte er. Das Unternehmen habe aber gelernt, mit Währungsschwankungen umzugehen. «Man kann auch zu den derzeitigen Wechselkursen von hier fürs Ausland produzieren», sagte Braunschweiler.

Ein Fünftel der Kosten fallen in der Schweiz an

Laut dem Sonova-Chef fallen 20 Prozent der Kosten des Unternehmens in der Schweiz an, aber nur 2 Prozent des Umsatzes werden hier erzielt. Ziel sei es, die Betriebsgewinnmarge währungsbereinigt jährlich zwischen 0,5 und 1 Prozent zu verbessern. Daran halte man trotz Frankenstärke fest, sagte Braunschweiler.

(awp/sda/dbe)