Die Rücktritte beim Hörgeräte-Weltmarktführer Sonova haben an den Märkten für Aufruhr gesorgt: Die Aktien büssten zeitweise mehr als elf Prozent ein und lagen bei 83 Franken. John Manieri, Analyst bei Adamant Biomedical Investment, hält weitere Verluste für möglich. „Die Aktie könnte auf ein Niveau von 86 bis 70 Franken fallen“, sagte der Analyst. Allerdings sei die Prognose schwierig.

„Nach der Unsicherheit und der Restrukturierung, die es mit Sicherheit geben wird, muss man schauen, wie der Markt die neuen Produkte aufnimmt“, so Manieri. Derweil habe die Konkurrenz die Möglichkeit, Marktanteile zu gewinnen. Vor allem dem dänischen Hörgerätehersteller William Demant spricht der Analyst aufgrund guter Zahlen und eines sehr guten Produktportfolios Chancen zu. Dass Andy Rihs sich bei Sonova weiter zurückziehen wird, glaubt er indes nicht. „Es würde mich sehr erstaunen, wenn er sich von Sonova trennen würde, von seinem Baby.“ Zudem rechne er damit, dass Sonova die Vorwürfe des Insider-Handels nun selbst konsequent aufarbeiten werde.

Eine weitere Analystin, die ungenannt bleiben will, sieht in den Rücktritten ein zweischneidiges Schwert: Einerseits seien sie gut, um das Vertrauen der Investoren wieder zurückzugewinnen. Langfristig sollte die Firma davon also profitieren. „Für die operative Entwicklung in der kurzen Frist ist das allerdings sehr schlecht.“ Die Suche nach einem neuen Vorstand und die Verluste, die man durch die Rücktritte kurzfristig hinnehmen müsste, seien definitiv ein grosser Dämpfer fürs Geschäft.

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