Nach dem Diebstahl sensibler Daten von Online-Nutzern des Playstation Network von Sony sucht der Konzern gemeinsam mit der Polizei nach den Tätern. Nach Angaben eines Sprechers hat Sony zudem eine "angesehene Technologie-Sicherheitsfirma" engagiert.

"Der arglistige Angriff auf unser System und unsere Kunden ist eine kriminelle Tat, und wir gehen aggressiv vor, um die Verantwortlichen zu finden", erklärte Sony-Sprecher Patrick Seybold auf der Playstation-Webseite.

Sony hatte am Dienstagabend von dem Hacker-Angriff berichtet. Wegen eines "illegalen, unberechtigten Eindringens in unser Netzwerk von aussen" seien das Playstation Network sowie das ebenfalls von Sony betriebene Musik- und Film-Portal Qriocity am 19. April abgeschaltet worden.

Es sei davon auszugehen, dass Benutzernamen, Adressen, Geburtsdaten, Passwörter und E-Mail-Adressen von Kunden kopiert wurden, die ihre von Sony produzierten Spielkonsolen über das Netz mit dem Internet verbinden.

430'000 Schweizer Konten betroffen

Das Playstation Network hat nach Angaben von Sony weltweit 77 Millionen registrierte Nutzer in 59 Ländern. 430‘000 davon sind in der Schweiz angesiedelt. 100'000 Schweizer Konten wurden für Einkäufe benutzt.

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Bei 60'000 Konten wurden diese Einkäufe mit Kreditkarten getätigt, wie Angela Blank, PR-Managerin von Sony Playstation Schweiz, sagte.

Angaben darüber, wie viele Nutzerdaten genau gestohlen worden sein könnten, machte das Unternehmen aber nicht.

Laut Seybold arbeitet Sony mit Hochdruck daran, die Online-Dienste wieder bereitzustellen. Die Dienste würden aber erst in Betrieb genommen, wenn das Netzwerk wieder sicher sei.

Für den Konzern ist der Hacker-Angriff eine Schmach. Sonys High-Tech-Konsole gals als besonders gut geschützt. Obwohl der Hardware- und Software-Umsatz mit Video-Spielen zuletzt weltweit zurückgegangen ist, bleibt die PlayStation ein wichtiger Gewinnbringer und eines der prestigeträchtigsten Produkte von Sony.

(laf/sda/awp)