Am 21. Juli präsentierte Apple seine Quartalszahlen. Seitdem sinkt die Aktie des US-Technologiekonzerns fast ununterbrochen. 114.63 Dollar ist sie am Donnerstag im frühen Handel noch wert – fast 14 Prozent weniger als im April.

Auf den ersten Blick gibt es an Apples neusten Zahlen nichts auszusetzen. Der Konzern steigerte seinen Quartalsgewinn um fast 40 Prozent, und der Umsatz erhöhte sich um einen Drittel. Der wertvollste Konzern der Welt hat seine Kassen weiter gefüllt, mittlerweile besitzt er über 200 Milliarden Dollar Reserven.

Apple unter Erfolgsdruck

Doch am meisten interessierten sich Analysten für Apples Zugpferd, das Smartphone-Geschäft – und dort konnte Apple die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Letzten September sorgte Apple mit seinem iPhone 6 mit grösserem Bildschirm für Furore. Nun wird es für die Kalifornier schwierig, diesen Erfolg mit ihrem nächsten Modell zu steigern.

«Apple ist sehr stark vom iPhone abhängig», sagt Aktienspezialist Christian Fröhlich von der Zürcher Kantonalbank (ZKB), «die Leute fragen sich, von wo das Wachstum künftig kommt». Die Apple Watch ist für Apple im Vergleich zum iPhone noch ein Nischengeschäft – obwohl der Konzern bislang keine Verkaufszahlen zum neuen Produkt veröffentlicht. Apple-Chef Tim Cook sprach im Juli lediglich von einem «grossartigen Start».

China-Konkurrenz hängt Apple ab

Anfang dieser Woche stieg die Nervosität der Apple-Anleger zusätzlich: Laut Marktforschern haben zwei einheimische Smartphone-Rivalen Apple in China erstmals überrundet. Das sind schlechte Neuigkeiten für Apple, denn mittlerweile stammt mehr als ein Viertel des Umsatzes aus der Volksrepublik. Die zentrale Rolle Chinas für Apple beunruhigt Analysten ohnehin: Die weltgrösste Volkswirtschaft hat Mühe, ihr rasantes Wirtschaftswachstum fortzusetzen – und in diesem Sommer gibt es in China eine Börsenkrise.

Am Montag sank der Apple-Kurs um rund 2,4 Prozent, und am Dienstag sogar um 3,2 Prozent. Über 120 Millionen Apple-Aktien wechselten am Dienstag an der Wall Street die Hand – so viele wie seit Januar nicht mehr. «Wenn die Leute eine Aktie, die jeder besitzt, im Minus sehen, wollen sie nicht die letzten sein, die verkaufen», sagte ein Analyst der Agentur Bloomberg.

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SNB ist Grossaktionär

Der Kursrutsch der Apple-Aktie macht unzählige Anleger nervös – und vielleicht auch die Schweizerische Nationalbank (SNB): Die SNB besass per Mitte Jahr 9,4 Millionen Aktien des US-Internetkonzerns – mehr Titel besitzt sie von keinem anderen amerikanischen Unternehmen.