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Olympiade
Sotschi: Die wahren Gewinner stehen längst fest

Kurort Rosa Khutor: Private Firmen profitieren vom Staat.  Bloomberg

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi wurden vor allem vom russischen Staatshaushalt und Staatsunternehmen finanziert. Das öffnet eine Lücke für Privatkonzerne.

Veröffentlicht am 07.02.2014

Die olympischen Winterspiele haben noch nicht begonnen, doch die Liste der wirtschaftlichen Gewinner steht für Pavel Laberko von der Genfer Bank Union Bancaire Privée (UBP) bereits fest.

Die Spiele wurden zu einem Grossteil von Steuergeldern und Staatsfirmen wie Gazprom, Rosneft oder der Staatsbank Sberbank gestemmt. Diese Investitionen würden grosse Löcher in die Haushaltskasse reissen – was für die Privatwirtschaft positiv sei, so Laberko. Der Leiter Russian Equities der UBP sieht die lokalen Industriebaubetriebe als Profiteuere, die lukrative Aufträge für den Bau von Stadien, Strassen und Eisenbahnlinien erhielten.

Steuersenkungen für die Ölbranche

Ebenfalls auf der Sonnenseite stehen Grundstückseigentümer und Hoteliers – dank der Wertsteigerung ihrer Grundstücke und Liegenschaften sowie von zusätzlichen Einkünften dank neuer Gästen in Sotschi und den umliegenden Urlaubsorten.

Laberko sieht aber noch weitere Gewinner. So hat Putins Regierung beschlossen, 2014 die Tarife für Geschäftskunden der natürlichen Monopole einzufrieren. Neue Steuersenkungen in der Ölbranche dürften viele Produzenten und Dienstleister in der hart umkämpften Branche begünstigen.

Dies sollte auch einen merkbar positiven Effekt auf die Rentabilität derjenigen Unternehmen haben, welche einen hohen Anteil an Energie- und Transportkosten haben (z.B. Metall- und Bergbauindustrie, Agrarsektor).

Für 2014 prognostiziert Bloomberg eine Senkung der Inflationsrate auf 5,4 Prozent. Eine Zinsreduktion durch die Zentralbank dürfte nicht nur für kapitalintensivere Geschäftsfelder positive Folgen haben, sondern generell das Wirtschaftswachstum des Landes beschleunigen. Insbesondere für die russischen Exportmärkte der Öl-, Gas-, Metall-, Düngermittel- und Agrarindustrie werden sich die Aussichten verbessern.

(chb)

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