Die Rolle der Schweiz als souveräne Strom-Drehscheibe im Herzen Europas bestimmte die Diskussionen der rund 100 Teilnehmer an der 14. Jahrestagung «Energiewirtschaft Schweiz», die das Euroforum mit der «Handelszeitung» im Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon veranstaltete.

Der Einfluss der fortschreitenden europäischen Energiemarktliberalisierung auf die weitere Entwicklung der Schweizer Energielandschaft, die Notwendigkeit des Netzausbaus durch die erneuerbaren Energien sowie die Entwicklungen der Schweizer Marktstruktur nach der Marktöffnung prägten den etablierten Branchentreff. Der Verwaltungsvorstand der Alpiq Holding AG, Hans E. Schweickardt, betonte die komfortable geografische Lage der Schweizer Energiewirtschaft in Europa und verwies auf die grosse Bedeutung der Pumpspeicherkraftwerke aufgrund zunehmender alternativer Energiequellen.

Damit sich die Schweiz weiterhin in Europa behaupten könne, müsse allerdings in die Übertragungsnetze investiert und internationale Kooperationen mit der EU langfristig gesichert werden, merkte Christian Schaffner vom Bundesamt für Energie an. Der Netzausbau werde dabei nicht nur durch Europa, sondern auch durch die Veränderungen der Stromproduktion in der Schweiz notwendig. Als Vertreter der Eidgenössischen Elektrizitätskommission stellte Matthias Finger von der ElCom das dritte europäische Binnenmarktpaket vor und verdeutlichte dessen Auswirkungen auf die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und ihren Nachbarn.

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Die strategische Bedeutung und Funktion der Übertragungsnetze dürfe nicht unterschätzt werden, betonte Swissgrid-CEO Pierre-Alain Graf. Auch wenn die Finanzierbarkeit von Investitionen in einem regulierten Marktumfeld besonders herausfordere, investiere Swissgrid weiter in den Netzausbau und treibe den Austausch mit den europäischen Übertragungsnetzbetreibern aktiv voran. Durch ihr gutes Image, Kooperationen auf allen Ebenen und das innovative Besetzen von Nischen können sich auch die kommunalen Energieversorger gut auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen.