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Rückstufung
S&P senkt Rating für die Credit Suisse

Credit Suisse in Zürich: Die Grossbank wird abgestraft. Bloomberg

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkt ihre Bonitäts-Note für die Schweizer Grossbank. Der Ausblick für die Credit Suisse lautet «Stabil». Auch andere Banken in Europa werden abgestraft.

Veröffentlicht am 03.02.2015

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat am Dienstagabend die Bewertung der Kreditwürdigkeit mehrerer europäischer Grossbanken zurückgestuft. Dazu gehört auch die Credit Suisse, deren Rating auf «BBB+» von «A-» sinkt. Der Ausblick für die CS-Einstufung lautet «Stabil».

Zudem heisst es in Bezug auf die CS, dass die Restrukturierung der Kapitalinstrumente zu einer Zahlungsunfähigkeit und der Nichterfüllung der Verpflichtungen bei der nichtoperativen Holding (non-operative holding company, NOHC) kommen könnte.

Neubewertung der Staatsunterstützung

Als Begründung für die Herabstufungen insbesondere der Geldhäuser in der Schweiz und Grossbritannien nennt die Agentur die Neubewertung der Staatsunterstützung. Hier wird nicht mehr mit ausserordentlichen Stützungsmassnahmen einzelner Geldhäuser gerechnet, sollten diese in Schwierigkeiten geraten.

Zudem seien Hilfen für operative Geschäftseinheiten in Grossbritannien, Deutschland und Österreich unter der neuen Gesetzgebung der EU-Bankenunion schlechter vorherzusagen, so S&P weiter.

Commerzbank und Deutsche Bank droht ebenfalls Abstufung

Neben der CS werden auch die Kreditratings für die britischen Institute HSBC, Barclays, Lloyds, Royal Bank of Scotland (RBS) und Standard Chartered gesenkt. Den deutschen Instituten Deutsche Bank und Commerzbank droht demnächst ebenfalls eine Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit.

Die österreichischen Banken werden aufgrund der sich verschlechternden Geschäftsbedingungen in Russland und Osteuropa sowie der hohen Kreditvergabe in Schweizer Franken unter Beobachtung gestellt. Davon betroffen sind UniCredit Bank und Unicredit Bank Austria, Erste Group sowie Raiffeisen Zentralbank

Anleihen im Wert von 500 Milliarden

Standard & Poor's teilte heute Dienstag zudem mit, dass 30 weltgrössten Banken nach Anleihen im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar auflegen müssten. Darunter ist auch die Credit Suisse, die UBS oder die Deutsche Bank.

Die Ausgabe der Papiere werde innerhalb der kommenden vier bis fünf Jahre fällig, erklärte S&P. Demnach entfallen auf die 16 europäischen Institute drei Viertel der Gesamtsumme.

Voteile für Banken verschwinden

Hintergrund der schärferen Kapitalvorschriften sind die Erfahrungen aus der Finanzkrise, als viele grosse Institute mit dem Geld der Steuerzahler gerettet wurden. Um dies zu verhindern, haben die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer verabredet, dass 30 global systemrelevante Banken dickere Geldpolster anlegen sollen, etwa in Form von Wandelanleihen. Der Puffer ist auch als Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) bekannt. Er soll zwischen 16 und 20 Prozent der Bilanzrisiken (risk-weighted assets/RWA) abdecken.

Bisher konnten sich grosse Banken vergleichsweise günstig Geld leihen, weil Investoren davon ausgingen, dass die Institute in einer Notlage ohnehin vom Staat gerettet werden. Mit den neuen Regeln verschwinden die Vorteile aber.

Reaktion auf Mindestkurs-Ende

Ende Januar hatte bereits die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf einen Insider geschrieben, dass die Credit Suisse mit einem Sparpaket auf die Aufwertung des Schweizer Frankens reagieren wolle. Wegen des Endes des Euor-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank müssten die Kosten nochmals um 500 Millionen Franken gesenkt werden.

(reuters/awp/dbe)

 

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