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S&P setzt Kantonalbanken und Migros Bank auf «negativ»

Nur eine von acht betroffenen Kantionalbanken: die ZKB. (Bild: Keystone)

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick von neun Schweizer Banken auf «negativ» gesenkt. Grund ist die gestiegene Gefahr einer Immobilienblase.

Veröffentlicht am 03.07.2012

Standard & Poor's (S&P) hat den den Ausblick Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf «negativ» gesetzt. Sie ist die grössten Schweizer Bank mit Staatsgarantie.

Die gestiegene Gefahr einer Immobilienblase trifft im Urteil der Ratingagentur aber auch den Ausblick weiterer Kantonalbanken, die traditionell stark im Hypothekargeschäft verankert sind. So heftete S&P etwa der zweitgrössten Kantonalbank, jener des Kantons Waadt (BCV), ein «Negativ» an.

Dazu haben sich nach S&P-Ansicht auch die Aussichten für die Aargauische, die Basler, die Basellandschaftliche, die Bündner, die Luzerner und die Schwyzer Kantonalbank verschlechtert. Auf «negativ» gesetzt wurde ebenfalls der Ausblick für die Migros Bank, ebenfalls ein bedeutender Hausbau- und Wohnungskauffinanzierer.

Nicht betroffen sind hingegen trotz beträchtlichen Marktanteils im Schweizer Hypothekenmarkt die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Die beiden Institute erfuhren aber in den vergangenen Monaten ebenfalls Herabstufungen, die aber mehr mit ihrem globalen Engagement und der weltweiten Wirtschaftsunsicherheit zu tun haben.

«AAA» in Gefahr

Die ZKB sowie die Aargauische, Basellandschaftliche und Schwyzer Kantonalbank geniessen dank der Staatsgarantie durch ihre Kantone als einige der letzten Banken der Welt das höchstmögliche S&P-Rating AAA. Dieses könnten die Banken aber nun verlieren, wie S&P schrieb. Auch den übrigen fünf Banken droht eine Herabstufung, sollten sich die Risiken nicht entschärfen.

Die gestiegenen Immobilienpreise in den vergangenen drei Jahren seien nämlich ein Risiko für jene Banken, die stark in der Hypothekenvergabe sind: Alle betroffenen Banken seien stark auf den Schweizer Immobilienmarkt ausgerichtet und verfügten über entsprechende Abhängigkeiten.

Preise stiegen weiter

Sollte der Trend weitergehen, könnte dies die Wirtschaft destabilisieren. Brennpunkte des Immobilienmarkts sind vor allem die Regionen um den Zürichsee und den Genfersee. S&P geht davon aus, dass die Preise im laufenden Jahr weiter zulegen werden, erwartet aber ein gewisses Abknicken des Wachstums in der mittleren Frist.

S&P sieht den Schweizer Häusermarkt aber generell immer noch in solider Verfassung, unter anderem deswegen, weil die starke Zuwanderung die Nachfrage anschiebe. Zudem attestiert die Ratingagentur den Schweizer Banken eine relativ vorsichtige Politik der Hypothekenvergabe.

(tno/rcv/awp/sda)

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