Mehrere hundert Cablecom-Kunden können laut Bericht des «Beobachter» seit Monaten nicht oder nur sehr eingeschränkt auf das E-Mail zurückgreifen. Weil Mail-Konten von Cablecom-Kunden für Phishing-Versuche und Spamattacken missbraucht worden sind, sei Cablecom auf der Blacklist des Antispam-Dienstes Spamcop gelandet.

Dies hat zur Folge, dass man Kunden keine E-Mails mehr senden können – «auch wenn der konkrete Inhalt des Mails nichts mit Spam zu tun hat», heisst es im Bericht. Ob der Missbrauch mit oder ohne Wissen der Kunden vorgenommen wurde, ist vorerst unklar: Cablecom wolle die betroffenen Kunden eruieren und «persönlich kontaktieren», wird Sprecher Andreas Werz zitiert.

Potenzieller Empfänger erfährt nichts

Jede E-Mail passiert mindestens zwei unterschiedliche Server: Den Postausgangs-Server des Internetproviders des Absenders und den Eingangs-Server des Providers des Empfängers. «Die meisten Eingangs-Server filtern und blockieren E-Mails anhand von Sperrlisten», erklärt der «Beobachter».

Weil Spamcop mehrere von der Cablecom betriebene Postausgangs-Server auf eine solche Blacklist gesetzt hat, können manche Cablecom-Kunden keine Mails mehr verschicken: Die Absender erhalten dann eine Fehlermeldung, wonach die E-Mail nicht gesendet werden könne. Die potenziellen Empfänger hingegen erfahren nichts.

Probleme seit Juni 2013

Cablecom wisse nach eigenen Angaben seit Dezember 2013 von dem Problem – laut «Beobachter» hätten betroffene Kunden aber geschildert, dass der Mailversand bereits seit Juni gestört sei. Bisher hat Cablecom das Problem nicht in den Griff bekommen: «In den nächsten Wochen ist sicher noch mit Störungen zu rechnen», sagt Werz. Der Telekomanbieter empfiehlt den betroffenen Kunden, «temporär» einen Gratis-Mail-Anbieter wie GMX oder Gmail zu nutzen.

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Das grenze an Kapitulation, so das Fazit des «Beobachter».

(vst/me)