TOURISMUS. Mitten im wüstenartigen Naturschutzgebiet Los Monegros, vor den Toren Saragossas, will die britische Investorengruppe International Leisure Department (ILD) einen gigantischen Freizeitpark mit neun Casinos bauen. Im iberischen Las Vegas sollen auf 2000 h Fläche 32 Hotels, fünf Themenparks, eine Pferderennbahn, eine Stierkampfarena und mehrere Golfplätze gebaut werden.

Der Bau der pharaonischen Vergnügungsstadt dürfte zehn Jahre dauern und etwa 17 Mrd Euro kosten. «Das ist eine einmalige Chance. Wir sprechen hier von Privatinvestoren, die ein noch nie da gewesenes Projekt für unsere Region entwickelt haben», rühmt José Angel Biel, Vizepräsident der nordspanischen Region, das Vorhaben, das bereits auf den Namen Gran Scala getauft wurde.

Umweltschützer laufen Sturm, denn die magische Wüstenlandschaft sucht ihresgleichen, mit nur knapp 8 Einwohnern pro Quadratkilometer hat sich hier eine ganz besondere Flora und Fauna entwickeln können.

Doch die aragonesische Regierung in Saragossa fegt derlei Bedenken beiseite. «Jede Region würde sich um so ein Projekt reissen», so Biel. In der Tat ist Spanien in den letzten Jahren ein Mekka der Freizeitparks geworden. Der US-Unterhaltungsmulti Universal betreibt den Vergnügungspark Port Aventura südlich von Barcelona, und Warner Brothers hat sich in der Nähe von Madrid angesiedelt, kleinere Anlagen wurden an der Costa Blanca und in Sevilla eröffnet.

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Doch mit der neuen Konkurrenz können sich diese Parks nicht messen. Gran Scala soll es auf 12 Mio Besucher pro Jahr bringen. Biel erhofft sich jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 600 Mio Euro und 30 000 Arbeitsplätze.

Der erste Spatenstich für Gran Scala dürfte 2008 erfolgen. Denn die französische Gruppe Spyland wird den ersten der fünf Themenparks in der Wüstenstadt errichten. Zuvor hatten die Spylander vergeblich in Frankreich und in Dubai nach einem geeigneten Standort Ausschau gehalten.