Noch ist der Ciba-Deal nicht unter Dach. Der grösste Aktionär des Basler Chemieunternehmens, die spanische Investmentgesellschaft Bestinver, stellt sich quer: Die 50 Fr., die die deutsche BASF maximal bietet, sind den Spaniern zu wenig.

Bestinver, die 13,2% an Ciba hält, bewertet den Wert der Ciba-Aktie gemäss ihrem Halbjahresbericht vom Juli auf 110 Fr. und hält diesen Preis sogar noch für konservativ geschätzt. Auf Anfrage bestätigt Bestinver, dass sich an ihrer Forderung nach einem höheren Preis nichts geändert habe. Eine weitere Stellungnahme jedoch lehnen die Spanier vorerst ab.

An der Börse wird dem Poker von Bestinver kein Gewicht beigemessen. Die Aktie hat den von BASF angebotenen Preis von 50 Fr. nie übertroffen, der Kurs notiert sogar darunter.

Deal könnte verzögert werden

Es ist zu erwarten, dass BASF den Anteil von zwei Dritteln an Ciba in den 20 Tagen ab dem Angebotsprospekt zusammenbringt. Diesen Anteil haben die Deutschen für die Übernahme ebenfalls zur Bedingung gemacht. Der Prospekt wird voraussichtlich Anfang Oktober veröffentlicht. BASF hält sich ohnehin vor, die Angebotsfrist mehrmals zu verlängern.

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Selbst wenn sich die Spanier weiterhin standhaft weigern, ihre Aktien anzudienen, können sie die Übernahme und selbst die Dekotierung von Ciba nicht verhindern. Aber sie könnten den Deal verzögern. Gemäss den Börsenregeln kann Ciba auch durch einen Verwaltungsratsbeschluss eine Dekotierung bei der Börse beantragen, was in der Regel bewilligt wird. Verfügt BASF allerdings über weniger als 95% der Aktien, muss sie die Dekotierung drei Monate zuvor ankündigen und selbst nach der Dekotierung noch während sechs Monaten einen ausserbörslichen Handel aufrechterhalten.

Der 2-Franken Restzweifel

Selbst wenn das Verhalten von Bestinver dem Deal letztlich nicht im Wege stehen kann, verbleiben an den Märkten Restzweifel. Sie zeigen sich darin, dass der Kurs von Ciba seit dem BASF-Angebot etwa 2 Fr. unter dem Angebotspreis von 50 Fr. schwankt. Mit dem Zinsabschlag bis zur BASF-Offerte im Oktober kann dieser Unterschied nicht erklärt werden: Aufs Jahr gerechnet würde das einem Zins von mehr als 100% entsprechen. Zudem müsste der Kurs dann mit jedem Tag näher an die 50 Fr. kommen. Der Unterschied ist aber im Gegenteil sogar leicht gewachsen.

Der Grund liegt laut ZKB-Analyst Martin Schreiber einerseits in noch laufenden Verhandlungen mit Novartis. Der Pharmamulti hat für den einstigen Unternehmensbereich Ciba eine Teilhaftung für mögliche Umweltschäden übernommen, die aber an die Unabhängigkeit des Unternehmens gebunden sind. Ausserdem sind die Auflagen der Wettbewerbsbehörden noch unbekannt. Am wahrscheinlichsten ist laut Schreiber, dass Ciba im Bereich der Lichtstabilisatoren und der Antioxidantien zur Kunststoffbehandlung – Marktanteil von Ciba über 25% – und bei den UV-Absorbern in Farben und Lacken (mit einem Marktanteil von 35%) Federn lassen muss.