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Konflikt
Spanische Banken prüfen Abzug aus Katalonien

Sabadell: Will offenbar ihren juristischen Sitz verlegen. Keystone

Wegen der Katalonien-Krise prüfen verschiedene spanische Banken die Verlagerung des juristischen Sitzes. Die Banco Sabadell etwa will nach Alicante umziehen.

Veröffentlicht am 05.10.2017

Der Katalonien-Konflikt hat nun auch Konsequenzen im Bankensektor: Die spanische Banco Sabadell werde ihren Hauptsitz aus der gleichnamigen Stadt in Katalonien weg verlegen und nach Alicante an der Costa Blanca umziehen, berichtete das spanische Fernsehen am Donnerstag.

Dies habe das Direktorium des fünftgrössten Geldhauses des Landes bei einer Sondersitzung entschieden. Der Sabadell-Aktienkurs war zuletzt im Zuge der Krise stark gefallen. Medien berichtete, weitere Banken könnten dem Beispiel folgen.

Vorübergehende Verlagerung?

Auch das drittgrösste spanische Geldhaus Caixabank prüft einem Insider zufolge eine Verlagerung seines rechtlichen Sitzes. Für einen dauerhaften Umzug der Caixabank wäre die Zustimmung einer Aktionärsversammlung nötig.

Die Bank prüfe aber auch andere Lösungen wie einen vorübergehende Verlagerung des Sitzes, die möglicherweise einfacher umzusetzen seien, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Banksprecher erklärte, es sei bislang keine Entscheidung gefallen.

Sitzung verboten

In Spanien versucht das Verfassungsgericht, die geplante Unabhängigkeitserklärung Kataloniens auszubremsen. Die obersten Richter untersagten am Donnerstag das für Montag geplante Zusammentreten des Regionalparlaments in Barcelona.

Nach den Vorstellungen des katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont sollte die Proklamation der Loslösung von Spanien bei der Sitzung erfolgen. Die separatistische Regierung hat sich bereits über andere Urteile des Verfassungsgerichts hinweggesetzt.

Wahlbeteiligung von 43 Prozent

Auch das Unabhängigkeitsreferendum vom vergangenen Sonntag in Katalonien war demnach unzulässig. Bei der umstrittenen Volksabstimmung am Sonntag hatte sich bei einer Wahlbeteiligung von rund 43 Prozent eine grosse Mehrheit für eine Unabhängigkeit der Provinz ausgesprochen.

(reuters/sda/cfr)

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