Der spanische Ölkonzern Repsol macht bei seinen Übernahmeplänen in Kanada Nägel mit Köpfen. Repsol bietet für die Übernahme des kanadischen Ölförderers Talisman 8 US-Dollar je Aktie und damit umgerechnet 6,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Mit dem Zukauf setzt Repsol trotz des jüngsten Preisverfalls auf das Geschäft mit Öl und Gas: Die tägliche Produktion steigt um 76 Prozent auf 680'000 Barrel (je 159 Liter) Öl. Repsol setzt mit dem Zukauf einen Schwerpunkt seines Geschäfts auf den bislang wegen der Schiefergasförderung boomenden nordamerikanischen Markt.

Günstiger gekauft dank schwachem Ölpreis

Repsol trägt sich schon länger mit dem Gedanken, bei Talisman einzusteigen, bereits im Sommer hatte es Gespräche gegeben. Der Ölpreisverfall hat daher auch einen positiven Effekt für die Spanier: Der Aktienkurs von Talisman gab von Ende August bis zum Vortag um rund 40 Prozent nach. Der Deal soll im zweiten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein. Die Übernahme sei von den Verwaltungsräten beider Unternehmen einstimmig abgesegnet worden, hiess es.

Repsol hatte vor einem halben Jahr erklärt, vorhandenes Geld für Übernahmen vor allem in Nordamerika nutzen zu wollen. Der Konzern sitzt auf Barreserven, seit Argentinien im Frühjahr 5 Milliarden US-Dollar Entschädigung für die Verstaatlichung der früheren Repsol-Tochter YPF zahlen musste.

(awp/ise/ama)

 

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