KUNST 07 ZÜRICH.

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Rund 80 Galerien stellen vom 2. bis und mit 5. November 2007 in zwei grossen ehemaligen ABB-Hallen auf 8000 m2 ihre besten Werke aus. Sammler finden neben bewährten Klassikern experimentelle und spartenübergreifende Werke ganz junger Kunstschaffender.

Wie immer kann man auch einige neue Galerien entdecken. Art academy aus Dresden z. B., welche sich (Stichwort: Dresdner Schule) hauptsächlich auf junge künstlerische Malereipositionen konzentriert, zeigt Bilder von Pierre Adam, die einen ganz eigenen visionären Manierismus entfalten. GAM Obrists aus Essen dagegen legt mit einem breiten Angebot an Malerei, Bildhauerei und Fotografie der Gegenwart den Fokus u.a. auf das grundlegende Verhältnis des Menschen zum Raum, so beispielsweise mit Werken von Norvin Leineweber.Mit Bob Gysin trifft man auf eine Zürcher Galerie, die für qualitativ hoch stehende Schweizer Kunst – etwa von Dominique Lämmli, Georg Aerni, Theresa Chen oder Bessie Nager – steht. Neu dabei ist auch die Galerie von Döring aus Schwäbisch Hall mit einer One-Person-Show des Künstlers Xuan Wang. Dessen neueste abstrakte Arbeiten beziehen ihre Stärke aus der traditionellen Ästhetik und Metaphysik. Ahnungen von Landschaften und anderen Naturformen tauchen auf, sind aber hauptsächlich Ausdruck von Energie und Emotion und haben die Grenzen zwischen Malerei und Kalligraphie aufgelöst.Beim Stichwort China ist auch die Galerie Art Seasons zu nennen. Sie gehört zu einer Gruppe von fünf Kunstgalerien in Peking, Singapur (2), Jakarta – und seit 2007 auch in Pfäffikon am Zürichsee. Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer chinesischer Kunst und deckt dort alle wichtigen Gebiete ab. Stellvertretend für viele Kunstschaffende Chinas besinnt sich Hui Xin in seinem Werk «Far Away: The Dragon raises his Head» auf traditionell überlieferte Werte.

Im Trend: One-Person-Shows

Neben den neuen zeigen auch einige etablierte Galerien spannende One-Person-Shows – mehrheitlich in der ersten Halle. Erstmals wird eine grossformatige Linolschnitt-Arbeit von Wolfgang Zäth bei Michael Krethlow (vormals Kabinett) der Öffentlichkeit präsentiert. Die Galerie Bender, auf reduktive Formen zeitgenössischer Kunst spezialisiert, zeigt mit Inge Dick eine Künstlerin, deren Werk durch differenzierte Nuancen von Licht und Schatten bestimmt wird.Von Braunbehrens hat – nach Stefan Balkenhol im letzten Jahr – neben anderen Künstlern mit dem Engländer Sean Henry wiederum einen Künstler ausgestellt, der sich durch eine sehr eigenwillige Präsenz auszeichnet. Es gibt auch Galerien, die sich aus programmatischen Gründen einen Stand teilen. Ein Duo bilden etwa Chelsea (Laufen) mit BMB (Amsterdam). Aus ihrem gemeinsamen European Art Project zeigen sie zwei interessante Frauen, Katharina Berthold und Dana Engfer. Katharina Berthold lässt in ihren Inkjet-Prints menschenleere surreale Welten entstehen. Verschiedenste hybride Formen manövrieren sich dabei durch ein virtuelles System aus Unordnung, Destabilistation und Dysfunktionalität. Im Gegensatz dazu strahlt der Gemeinschaftsstand von Rubin und Lutz & Thalmann eine elegante Ruhe aus. Die beiden Maler Oliver Krähenbühl und Ilir Zefi ergänzen sich in ihrer Farbgebung und ihrer Nähe zur Architektur aufs Beste.

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Gar nicht provinziell

Neue Kunstströmungen entstehen im Zuge der Globalisierung überall auf der Welt – auch in der Zentralschweiz. Billing Bild aus Baar stellt u.a. mit Markus Uhr Arbeiten zur Schau, die nichts mit Provinzialität zu tun haben. Rigassi aus Bern ist mit zwei Ständen mit unterschiedlichen Programmen vertreten: Das eine führt uns in die Bildwelten der 2005 verstorbenen Minnie Pwerle, einer Ureinwohnerin Australiens, die erst im hohen Alter begonnen hat, ihre sehr individuelle Formensprache auf Leinwand zu bannen. Der andere Stand zeigt u.a. mit Martin Disler eine Bildsprache, die uns bereits vertraut ist.Die vor kurzem gegründete Galleria Balmelli verspricht, einen nachhaltigen Beitrag zum Tessiner Kunstschaffen zu leisten. Mit Dario Pecoraro stellt sie einen jungen Künstler vor, von dem man sicherlich auch bald jenseits der Landesgrenzen hören wird. Amman, die andere Tessiner Galerie, richtet ihren Fokus auf ausgewählte Arbeiten mit Farbfeldmalerei sowie der Konstruktiven. Ebnöther sowie müller-emil sind Bestandteile ihres schlanken Programms.

Bekannte Marktschwergewichte

Selbstredend dürfen auch die grossen Namen nicht fehlen. Neben junger Kunst sind deshalb auch die klassische Moderne, die abstrakte Malerei nach 1945, Pop-Art, Nouveaux Réalisme, Farbfeldmalerei und Minimal Art vertreten.Bei Henze & Ketterer & Triebold (Riehen) trifft man mit Kirchner und Schmidt-Rottluff auf die zwei wichtigsten Brücke-Künstler, aber auch auf die Objektkunst des international renommierten Schweizers Daniel Spoerri.Bei Werner Bommer (Zürich) ist mit Joan Miró ein grosser Vertreter des Surrealismus anzutreffen. Werke von Serge Poliakoff (auch bei Art Forum Ute Barth, Zürich) als Vertreter der École de Paris, oder Le Corbusier, als einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jhs., sind dort ebenfalls präsent. Auf die Pop-Art trifft man durch die Werke des omnipräsenten Andy Warhol beim Art Forum Ute Barth, Zürich, sowie bei der Galerie Heinz Holtmann, Köln. Letztere wartet zudem mit Klassikern der Moderne wie Dieter Roth, Joseph Beuys, Tony Cragg, Günther Förg, Heinz Mack oder Sigmar Polke auf.Die Nadja Brykina Gallery, eine noch relativ neue Galerie für russische Moderne in Zürich, vertritt unter anderem die sogenannten Nonkonformisten. Diese Künstler lebten unter harten Bedingungen und wurden nicht selten verfolgt. Die konkrete, konstruktive und minimalistische Kunst ist in Zürich traditionsgemäss stark vertreten, und die Liste der Aussteller mit diesem Spezialgebiet ist lang. Die Galerie am Lindenplatz etwa kommt mit Werken des berühmten Zürcher Konkreten Gottfried Honegger nach Oerlikon. Die Galerie La Ligne (Zürich) stellt die Zeitgenossen Vera Molnar, Haruhiko Sunagawa, Ode Bertrand, Elena Lux-Marx und Christian Megert vor. Georg Nothelfer, der mit seinem exquisiten Programm einen inhaltlichen Schwerpunkt auf abstrakte Malerei nach 1945 gelegt hat, hält der Messe schon seit vielen Jahren die Treue. Klassische Positionen wie Informel, Abstraktion, gestische und skripturale Arbeiten werden mit Fred Thieler, K. O. Götz, Gerhard Hoehme, Henri Michaux und anderen mehr gezeigt. Aber auch jüngere Künstler, wie Thomas Hartmann, Herta Müller, Ouhi Cha und Arno C. Schmetjen, sind Teil des Programms.

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Samstag 3. November, ab 14 Uhr

Sonntag 4. November, ab 14 Uhr

Sonntag 4. November, 16 Uhr