Verbrauchssenkungen und möglichst geringer Luftwiderstand, um unterwegs Treibstoff zu sparen, steht heute bei allen Nutzfahrzeugherstellern ganz oben auf der Traktandenliste. Mit seinem Laborfahrzeug Optifuel Lab will Renault Trucks unter Beweis stellen, dass eine weitere signifikante Reduktion des Treibstoffverbrauchs möglich ist. Seiner fortschrittlichen Aerodynamik verdankt der Optifuel Lab eine Verbrauchssenkung von rund 13%. Dieses Ergebnis wurde bei Testfahrten über tausende von Kilometern unter realen Einsatzbedingungen erzielt. Die dabei reali-sierten Lösungen könnten mittel- und langfristig in den einzelnen Baureihen von Renault Trucks Einzug halten. Ungeachtet der Forschungstätigkeit, die langfristig auf die Entwicklung und Einführung alternativer Antriebsarten (Hyb-rid-, Elektrofahrzeug usw.) abzielt, ist Renault Trucks überzeugt, dass der Dieselmotor noch auf Jahre hinaus die dominante Antriebsquelle für den Fernverkehr bleiben wird. Deshalb wurde im Jahr 2007 das Forschungsprogramm Optifuel Lab gestartet. Sein Hauptziel liegt darin, Verbrauch und Schadstoffausstoss von Fernlastern (Zugfahrzeug + Anhänger) zu reduzieren.

Im Laufe dieser ersten Phase wollte der Hersteller beweisen, dass wesentliche Verbrauchssenkungen möglich sind, wenn man die Aerodynamik des Fernlasters überarbeitet, den Antriebsstrang und die Reifen optimiert und spezifische Fahrhilfen anbietet. Heute, nach 4500 km Fahrversuchen und Messungen über eine Strecke von 2500 km beträgt die Treibstoffeinsparung des Projekts 13%, d.h. 4,5 l/100 km beziehungsweise knapp 120 g CO2 pro zurückgelegten Kilometer, bei realen Einsatzbedingungen und im Vergleich zu einem aktuellen, gleichwertigen Fahrzeug (Premium Route DXi 11 450 PS).

Erst ein Forschungsfahrzeug

Derzeit ist das Fahrzeug je-doch lediglich ein Forschungsprojekt, das nicht kommerzialisiert werden soll. Im Übrigen entspricht es nicht den Verkehrsnormen, da beispielsweise der Einsatz von über den Anhänger hinaus reichenden Spoilern nicht gestattet ist. Renault Trucks möchte mit seiner Forschung und seinen erzielten Ergebnissen zur Debatte über die Entwicklung der Normen beitragen und die Behörden zusammen mit anderen Nutzfahrzeugherstellern dazu bewegen, ihre Position zu überdenken.

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Das 2007 eingeführte Optifuel Lab ist ein Laborfahrzeug, das aus einem Forschungsprogramm hervorgegangen ist und dazu dient, unter realen Einsatzbedingun- gen neue Lösungen zur Verbrauchssenkung zu testen. Es ist Teil eines globalen Forschungsprogramms, das verschiedene Sparten und Kompetenzbereiche umfasst (Aerodynamik, Motorisierung, Rollwiderstand, Fahrhilfen usw.). Aufgrund seines Status als Forschungsfahrzeug können damit Lösungen getestet werden, die bisweilen über das Mass der aktuellen Gesetzeslage für den Strassengüterverkehr hinausgehen, wie z.B. im Fall der Front- und Heckspoiler bei Fernlastern. Mit diesem Fahrzeug kann Renault Trucks bestimmte Optionen oder For-schungsschwerpunkte validieren oder aus dem Programm nehmen. Ziel ist, bewährte Lösungen mittelfristig in die kommerzialisierten Baureihen aufzunehmen, sofern sie den technischen und gesetzlichen Anforderungen genügen. Die Weiterentwicklung der Vorschriften im Strassengütertransport steht zudem im Mittelpunkt des Dialogs zwischen dem Hersteller und den Behörden. Mit seiner Forschung liefert Renault Trucks den Beweis, dass bestimmte Lösungen direkt für Serienfahrzeuge verwendbar sind. Dazu ist jedoch die Mithilfe des Staates vonnöten.

Ermutigende Ergebnisse

Das Optifuel-Lab-Projekt umfasste 23 Arbeitsgruppen und vier Hauptschwerpunkte: Aerodynamik, Antriebsstrang, Rollwiderstand und Fahrhilfesysteme. Das erste Hindernis eines Lastwagens während der Fahrt ist sein natürlicher Luftwiderstand. Die Projektteams arbeiteten deshalb an der Verbesserung der Aerodynamik. Neben einem Neudesign des Zug-fahrzeugs wurde auch der gesamte Sattelzug neu konzipiert. Als Refe-renz diente das Modell des Wassertropfens (die aerodynamischste in der Natur vorkommende Form!). Die Mitarbeiter wählten mehrere Lösungen, um die Windangriffsfläche des Fahrzeugs weitgehend zu reduzieren.

Die Seitenspoiler hinten am Fahrerhaus wurden optimiert, um das Fahrerhaus insgesamt besser zu erfassen und eine fast vollständige Verkleidung zu erreichen. Unter den seitlichen Schürzen verbergen sich die Räder des Anhängers. Im weiteren wurde der Geschwindigkeitsbegrenzer ASL (Adaptive Speed Limiter) optimiert. Mit Hilfe der GPS-Positionierung kann dieser die Position des Fahrzeuges und das Strassenprofil (Steigung, Bergabfahrt) analysieren, Geschwindigkeitsbeschränkungen erkennen und so automatisch den richtigen Gang wählen. So kann das System zum Beispiel gemächlich abbremsen, wenn das Fahrzeug sich einer Zahlstelle nähert. Letztendlich sind es all diese Einsparungen bei jeder einzelnen Komponente, die schliesslich zu einer signifikanten Reduzierung des Gesamtverbrauchs geführt haben.