Die Finanzkrise ist derzeit ein allgegenwärtiges Thema. In dieser Situation müssten Firmen eigentlich generell ihre Kosten überprüfen, auch im Bereich Telekommunikation. Dies ist jedoch kaum der Fall. Zumindest werden die günstigeren Anbieter gemäss eigenen Aussagen wegen der Finanzkrise nicht von Neukunden überrannt. Und auch Swisscom erhält nach der Anpassung der Konditionen nicht mehr Anfragen.

Dennoch lässt sich mit der Wahl des richtigen Anbieters viel Geld sparen. Wie gross das Sparpotenzial für Firmenkunden ist, zeigt der nebenstehende Vergleich. Für die «Handelszeitung» hat der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse dreier Beispielfirmen die Angebote und Preise von sieben Telekomanbietern miteinander verglichen. Wie aus dem Vergleich ersichtlich (siehe Tabelle), sind je nach Nutzungsprofil des KMU erhebliche Preisunterschiede möglich.

Wissen, was gebraucht wird

Kunden müssen sich im Klaren darüber sein, was sie für Dienst-leistungen benötigen. Am deutlichsten zeigt sich dies beim Internet-Upstream, also der Geschwindigkeit, mit der Daten ins Internet übertragen werden. Wird eine hohe Upstream-Rate benötigt, wie für eine Werbeagentur (mittlere Tabelle), steigen die Kosten massiv an. Für viele Unternehmen ist jedoch nicht der Upstream, sondern die Downstream-Geschwindigkeit entscheidend, und so reichen normale Angebote, die es bereits für unter 100 Fr. pro Monat gibt.

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In jedem Fall sollte man sich Gedanken machen, welche Dienstleistungen genau benötigt werden. Es könnte sein, dass weniger leistungsfähige Dienste völlig ausreichen. Auch sollte vom Telekomanbieter eine individuelle Offerte erstellt werden. Oftmals werden nur allgemeine Angebote erstellt oder sogar nur Prospekte abgegeben.

Die böse Überraschung kann dann mit der Rechnung folgen. Statt von günstigeren Preisen zu profitieren, fällt die Rechnung teilweise höher aus als beim bisherigen Anbieter. Die Offerte sollte deshalb kritisch geprüft werden, denn teilweise sind die darin enthaltenen Werbeaussagen nicht korrekt. Eine Aussage wie «Optima Business berechnet jeden Monat den besten Tarif für jeden Mitarbeitenden» tönt gut, doch im Preisvergleich war das erwähnte Angebot nie am günstigsten, andere Produkte von Orange waren stets preisgünstiger.

Verhandeln lohnt sich

Berücksichtigt wurden beim Preisvergleich die Bruttopreise, je nach Verhandlungsgeschick können aber individuelle Rabatte ausgehandelt werden.

Möchte man nicht zu einem anderen Anbieter wechseln oder hat man ihn bereits erfolgreich gewechselt, sollte man regelmässig beim Telekomanbieter nachfragen, ob es in der Zwischenzeit günstigere Produkte gibt. Oft werden neue, günstigere Angebote lanciert, ohne dass die bestehenden Kunden automatisch von diesen profitieren.